UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi
UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi

UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi

Ian Langsdon

UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi

Frankfurt/Main (AFP) - UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi hat den europäischen Regierungen eine mangelnde Zusammenarbeit in der Flüchtlingskrise bescheinigt. „Beim Thema Registrierung und Verteilung hat die europäische Kooperation und Solidarität völlig versagt“, sagte Grandi der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagsausgabe).

Es lohne sich noch immer, die Vereinbarung zur Verteilung von 160.000 Flüchtlingen umzusetzen. „Ja, es ist wichtig, dass dieses System kommt. Aber es wird schwer. Ich sehe zur Zeit nicht viel Zugkraft in diese Richtung“, sagte Grandi. „Wir wollen, dass Europa mehr macht.“

Gleichzeitig warnte Grandi vor Grenzschließungen in Europa. „Unsere Angst ist, dass das Schließen nationaler Grenzen in Europa dazu führt, dass sich Hunderttausende Flüchtlinge in Griechenland einfinden werden.“ Seine Botschaft an Europa laute: „Reißt Euch zusammen und kümmert Euch selbst drum. Wenn unsere Hilfe aber benötigt wird, werden wir da sein.“

Grandi sagte, er befürworte den Vorschlag, der Türkei Flüchtlingskontingente abzunehmen, wenn es Ankara gelinge, die Küste besser zu kontrollieren und das Schleusertum zu unterbinden. Die europäische Strategie in der Flüchtlingskrise ist derzeit Thema beim EU-Gipfel in Brüssel. Entscheidungen sollen aber erst beim nächsten Gipfel Mitte März getroffen werden.

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