Der Anschlag galt dem vor allem von Schiiten bewohnten Stadtteil Sadr-City. Foto: Karim Kadim
Der Anschlag galt dem vor allem von Schiiten bewohnten Stadtteil Sadr-City. Foto: Karim Kadim

Der Anschlag galt dem vor allem von Schiiten bewohnten Stadtteil Sadr-City. Foto: Karim Kadim

Stummes Entsetzen nach der Explosion im Bagdader Stadtteil Sadr City. Foto: Karim Kadim

Der französische Präsident Francois Hollande (M) spricht an der Anti-Terror Akademie am Flughafen in Bagdad (Irak), vor französischen Soldaten. Foto: Christophe Ena/AP POOL

dpa, Bild 1 von 3

Der Anschlag galt dem vor allem von Schiiten bewohnten Stadtteil Sadr-City. Foto: Karim Kadim

Bagdad (dpa) - Eine Serie von IS-Terroranschlägen mit Dutzenden Opfern hat den Besuch von Frankreichs Staatspräsidenten François Hollande im Irak überschattet.

Im Osten der irakischen Hauptstadt Bagdad sprengte sich ein Attentäter mit einem Fahrzeug in die Luft und riss 35 Menschen mit in den Tod, wie das irakische Innenministerium mitteilte. 62 Menschen seien verletzt worden.

Der Anschlag galt dem vor allem von Schiiten bewohnten Stadtteil Sadr-City. Ministerpräsident Haidar al-Abadi erklärte, die Opfer seien Gelegenheitsarbeiter gewesen, die mit dem Versprechen auf einen Job in einen Bus gelockt worden seien. Daraufhin sei die Bombe gezündet worden. Bilder zeigten das ausgebrannte Fahrzeug.

Zudem explodierten nach Angaben des Innenministeriums im Zentrum und im Osten Bagdads zwei Autobomben in der Nähe von Krankenhäusern. Es habe Tote und Verletzte gegeben. Im Stadtteil Al-Schaab töteten drei Sprengsätze insgesamt vier Menschen. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich über sein Sprachrohr Amak zu den Taten.

Die Bundesregierung zeigte sich erschüttert über die Serie von Anschlägen der Terrormiliz IS mit vielen Todesopfern. «Der Blutzoll der Menschen im Irak summiert sich da alleine in den letzten Tagen auf weit über 60», sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Die Bundesregierung wolle den Kampf gegen den IS auch im Irak fortführen. «Man sieht an den Aktionen der letzten Tage in der Türkei und im Irak, dass dem Biest noch nicht der Kopf abgeschlagen ist.»

Der sunnitische IS verübt im Irak immer wieder Anschläge, die sich gegen Schiiten richten. Die Extremisten wollen die Spannungen zwischen der Mehrheit der Schiiten und den Sunniten im Land weiter vergrößern. Zudem steht der IS im Irak unter Druck, weil seit Oktober eine Offensive der Armee, kurdischer Peschmerga-Kämpfer und verbündeter Milizen auf die nordirakische IS-Hochburg Mossul läuft.

Hollande rechnet mit einer Befreiung Mossuls aus der Gewalt der Terrormiliz innerhalb von Wochen. Der IS befinde sich auf dem Rückzug, auch wenn es weiter zahlreiche Attentate gebe, erklärte Hollande nach einem Treffen mit Al-Abadi in Bagdad. Allerdings müssten die Anstrengungen zur Unterstützung der irakischen Streitkräfte verstärkt werden. Hollande hatte Bagdad zuletzt am 12. September 2014 besucht.

In den vergangenen Wochen war die Offensive gegen Mossul wegen der heftigen Gegenwehr der Dschihadisten nur sehr langsam vorangekommen. Nächstes Ziel im Kampf gegen den IS werde die von den Extremisten gehaltene nordsyrische Stadt Al-Rakka sein, sagte Hollande. Sein Land werde den Einsatz gegen den IS im Irak und in Syrien bis zum Ende führen.

Frankreich gehört zur US-geführten internationalen Koalition, die den IS im Irak und Syrien bekämpft. Das französische Militär unterstützt die irakischen Streitkräfte mit Ausbildern, Beratern und Artillerie. Zudem fliegt die französische Luftwaffe Angriffe auf den IS im Irak und in Syrien, wo die Miliz ein Kalifat ausgerufen hat.

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