Auch andere illegale Übernahmen von Höfen sollen überprüft werden.

Neues Kabinett in Simbabwe
Emmerson Mnangagwa (M), Präsident von Simbabwe, trat im November nach einem Eingreifen des Militärs die Nachfolge des 93-jährigen Mugabe an.

Emmerson Mnangagwa (M), Präsident von Simbabwe, trat im November nach einem Eingreifen des Militärs die Nachfolge des 93-jährigen Mugabe an.

Tsvangirayi Mukwazhi

Emmerson Mnangagwa (M), Präsident von Simbabwe, trat im November nach einem Eingreifen des Militärs die Nachfolge des 93-jährigen Mugabe an.

Harare. Die neue Regierung in Simbabwe hat am Donnerstag angeordnet, beschlagnahmtes Land an einen weißen Farmer zurückzugeben. Robert Smart, der auf seiner Farm in Makoni im Osten des Landes Tabak und Mais anbaute, war im Juni von seinem Hof vertrieben worden. Sein Land erhielt der Geistliche Trevor Manhanga, ein Unterstützer des damaligen Präsidenten Robert Mugabe.

Wie ein Berater des neuen Staatschefs Emmerson Mnangagwa mitteilte, hatte Smart bereits im Zuge der umstrittenen Landreform unter Mugabe einen Teil seines Landes abgetreten. Anhänger von Mugabes Frau Grace in der Regierungspartei Zanu-PF hätten dann aber eine gegen Weiße gerichtete Kampagne gestartet, um Smart zur vollständigen Räumung seiner Ländereien zu zwingen. Smart und andere weiße Farmbesitzer seien "Opfer von Rassendiskriminierung, Gier und Machtmissbrauch geworden", erklärte Chris Mutsvangwa. Ihre Farmen seien widerrechtlich enteignet worden. Die Regierung untersuche andere möglicherweise illegale Übernahmen von Farmen.

Mnangagwa trat im November nach einem Eingreifen des Militärs die Nachfolge des 93-jährigen Mugabe an. Dieser hatte das ehemalige Rhodesien 1980 in die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Großbritannien geführt. Er war zunächst Regierungschef, bevor er 1987 Präsident wurde. Mugabes Gegner kritisierten seinen zunehmend autoritären Regierungsstil und machten ihn für die grassierende Misswirtschaft in dem südafrikanischen Land verantwortlich.

Unter Mugabe hatte im Jahr 2000 eine Enteignungswelle begonnen, in deren Zuge mehr als 4000 der 4500 weißen Farmer des Landes mit Unterstützung des Staates enteignet und teilweise gewaltsam von ihrem Land vertrieben wurden. Das offizielle Ziel der Landreform war, aus der Kolonialzeit resultierende Ungerechtigkeiten zu beenden. Nach Angaben von Kritikern profitierten jedoch vor allem Mugabe-Anhänger von der Umverteilung. Die landwirtschaftliche Produktion des Landes brach zusammen. Mnangagwa will nun die am Boden liegende Wirtschaft Simbabwes ankurbeln. Er versprach zudem, zu Unrecht enteignete weiße Farmer zu entschädigen. bt/mid AFP

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