In seiner Neujahrsansprache drohte der Präsident den Terroristen mit der «völligen Vernichtung». Foto: Aleksey Nikolskyi
In seiner Neujahrsansprache drohte der Präsident den Terroristen mit der «völligen Vernichtung». Foto: Aleksey Nikolskyi

In seiner Neujahrsansprache drohte der Präsident den Terroristen mit der «völligen Vernichtung». Foto: Aleksey Nikolskyi

Wolgograd liegt rund 700 Kilometer vom Olympiaort Sotschi entfernt. Foto: Yuri Kochetkov

Putin legte am Anschlagsort einen Strauß roter Rosen nieder. Foto: Alexei Nikolsky/Ria Novosti/Kremlin Pool

Das Wrack des zerstörten Busses in Wolgograd. Foto: Interior Ministry Press Service

Putin sagte, Russland sei immer dann stark gewesen, wenn seine Menschen zusammengehalten hätten. Foto: Alexei Nikolsky/Ria Novosti/Kremlin Pool

dpa, Bild 1 von 5

In seiner Neujahrsansprache drohte der Präsident den Terroristen mit der «völligen Vernichtung». Foto: Aleksey Nikolskyi

Wolgograd/Washington (dpa) - Nach den blutigen Terroranschlägen in Wolgograd hat Kremlchef Wladimir Putin bei einem Besuch in der Stadt den Drahtziehern Vergeltung angedroht.

Es gebe keine Rechtfertigung für solch abscheuliche Verbrechen, sagte der Präsident am Mittwoch bei einem Treffen mit Verletzten in einer Klinik der südrussischen Millionenstadt.

In seiner Neujahrsansprache drohte Putin den Terroristen härteste Konsequenzen an. «Wir setzen den Kampf gegen die Terroristen konsequent und mit harter Hand fort, bis zu ihrer völligen Vernichtung», kündigte der Kremlchef an. Nach früheren Anschlägen hatte Putin ähnlich reagiert. Bei den beiden Bombenanschlägen in einem Bus und im Bahnhof waren am Sonntag und am Montag in Wolgograd insgesamt mindestens 34 Menschen getötet und 72 verletzt worden.

Wegen der Anschläge hatten die meisten Städte in Russland zu Silvester die Sicherheitsvorkehrungen extrem verstärkt oder Feiern ganz abgesagt. Zu den Anschlägen bekannte sich weiterhin niemand.

Putin legte an der Stelle, an der ein Selbstmordattentäter am Montag einen Linienbus gesprengt hatte, einen Strauß roter Rosen nieder. Minutenlang hielt der Präsident inne, um die brennenden Kerzen am Tatort zu betrachten und dann mit Anwohnern zu sprechen. «Wir werden alles tun, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten», sagte Putin.

Die Attentate innerhalb von nur 24 Stunden schüren Sorgen um die Sicherheit der Olympischen Winterspiele, die in fünf Wochen im Schwarzmeerkurort Sotschi beginnen. Rund 50 000 Sicherheitskräfte will das Innenministerium in die Region entsenden. Islamisten aus dem Konfliktgebiet Nordkaukasus hatten gedroht, die Wettkämpfe zu torpedieren. Wolgograd, das bis 1961 Stalingrad hieß, liegt etwa 700 Kilometer von Sotschi entfernt.

Die USA boten Russland für Olympia eine engere Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen an. Washington sage Moskau «volle Unterstützung» für die Vorbereitung der Spiele zu, teilte das Weiße Haus mit. Putin bot seinerseits US-Präsident Barack Obama in einem Neujahrsschreiben einen konstruktiven Dialog in internationalen Fragen an.

Putin appellierte zu Beginn des neuen Jahres an seine Landsleute, sich auf die Olympischen Spiele zu freuen. Russland sei immer dann stark gewesen, wenn seine Menschen zusammengehalten hätten. Bei einem Treffen in Wolgograd befahl er den Chefs des Inlandsgeheimdiensts FSB und des Innenministeriums, die Sicherheit in der Stadt rund 1000 Kilometer südlich von Moskau zu verstärken.

Im Krankenhaus besuchte Putin auch den schwer verletzten Fahrer des von einer Bombe völlig zerfetzten Linienbusses. Auch einer älteren Frau sprach er Mut zu. «Wir Wolgograder lassen uns nicht so einfach unterkriegen», antwortete die Frau und erinnerte an die blutige Schlacht in der Stadt im Zweiten Weltkrieg.

Wegen der Attentate hatte Putin kurzfristig seine traditionelle TV-Neujahrsansprache geändert. Da er im vorproduzierten Fernsehclip die Terrorakte nicht erwähnt hatte, musste er schnell eine aktualisierte Version aufnehmen. «Das war eine Premiere», sagte sein Sprecher Dmitri Peskow.

In der Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus kamen unterdessen drei Menschen durch Sprengsätze ums Leben. Vier Polizisten wurden zudem verletzt, als eine Bombe unter ihrem Auto explodierte. In dem Gebiet kommt es fast täglich zu Gefechten zwischen Extremisten und Soldaten.

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