Bizarre Debatte über Eine-Billion-Dollar-Prägung.

Schulden USA
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Washington. Es ist der Stoff, aus dem die Träume sind: Angeblich kann die US-Regierung mit einem Zaubertrick den Ausweg aus der quälenden Finanzkrise schaffen. Notwendig sei nichts weiter als ein einmaliger Prägeakt: Geprägt werden solle eine Platinmünze über eine Billion Dollar Nennwert, die als Gegenwert für die US-Schulden steht.

Die Idee, die derzeit durch die US-Medien schwappt, gibt vor allem über eines Auskunft – wie bizarr die Debatte über die Schulden bereits geworden ist. „Das ist aufregend“, meint etwa der „Business Insider“ – wenn auch zweideutig.

Gesetzliche Beschränkung gilt nur für Scheine, aber nicht für Münzen

Der Münz-Trick geht so: Zwar ist es US-Regierung und Notenbankern untersagt, in unbegrenzter Menge Scheine zu drucken. Aber bei Platinmünzen – die etwa zu besonderen Gedenktagen geprägt werden – gebe es keine Beschränkung. Wenn also eine solche „Jumbo-Münze“ geschaffen würde – dann wäre vorerst Ruhe an der Schuldenfront.

Tatsächlich stehen Präsident Barack Obama und der Kongress vor einem Problem, aus dem es so leicht keinen Ausweg gibt. Erst über Neujahr wurde die sogenannte Fiskalklippe mühsam und mit viel Getöse umschifft – in den nächsten Wochen steht die Erhöhung der Schuldenobergrenze des Landes an.

Das Limit liegt derzeit bei 16,4 Billionen Dollar – das ist eine Zahl mit zwölf Nullen. Schlimmer noch: Die Republikaner machen Obama schon jetzt die Hölle heiß und drohen offen mit einem Showdown, der die USA in die Zahlungsunfähigkeit treiben könnte. Das Bizarre der Situation: Abgeordnete weigern sich jetzt, die Rechnung für Gesetze zu zahlen, die sie zuvor selbst beschlossen hatten.

Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugmann war jüngst in Sachen „Jumbo-Münze“ vorgeprescht. Zwar räumt auch er ein, die ganze Sache sei etwas verrückt, „aber weil das Schuldenlimit selbst verrückt ist, ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass jeder Trick genutzt wird“.

Dabei ist die Idee der münztechnischen Großtat nicht einmal neu. Bereits vor einem Jahr, als Obama schon einmal das Wasser bis zum Hals stand, hatte der Yale-Professor Jack Balkin eine solche Wunderwaffe angeregt. Doch er hegte auch Bedenken: Der Trick könnte Politiker letztlich dazu verführen, weiter unbeschwert Schulden zu machen.

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