Edi Rama, Vorsitzender der sozialdemokratischen Opposition, erklärte, die Demonstranten seien durch den Tränengas- und Wasserwerfereinsatz der Polizei provoziert worden.
Edi Rama, Vorsitzender der sozialdemokratischen Opposition, erklärte, die Demonstranten seien durch den Tränengas- und Wasserwerfereinsatz der Polizei provoziert worden.

Edi Rama, Vorsitzender der sozialdemokratischen Opposition, erklärte, die Demonstranten seien durch den Tränengas- und Wasserwerfereinsatz der Polizei provoziert worden.

Über die Zahl der verletzten Demonstranten gibt es unterschiedliche Angaben. Zunächst war von knapp einem Dutzend die Rede, ein Arzt sprach später von 22 Verletzten.

Die Polizisten setzten Schlagstöcke und Tränengas ein.

Nach offiziellen Angaben wurden 70 Polizisten verletzt.

Polizisten verschanzen sich hinter ihren Schildern.

Mehrere Polizeiautos gingen in Flammen auf, über der Stadtmitte standen dichte Rauchwolken.

Die Demonstranten versuchten nach offiziellen Angaben, das Regierungsgebäude zu stürmen.

Die Demonstranten werfen der Regierung von Ministerpräsident Sali Berisha Korruption vor. (Archivbild)

Mehrere tausend Anhänger der Opposition hatten sich im Zentrum von Tirana zu Protesten gegen die Regierung versammelt.

Drei Menschen starben bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten in Tirana.

dpa, Bild 1 von 10

Edi Rama, Vorsitzender der sozialdemokratischen Opposition, erklärte, die Demonstranten seien durch den Tränengas- und Wasserwerfereinsatz der Polizei provoziert worden.

Tirana (dpa) - Die politischen Spannungen in Albanien haben sich in Gewalt entladen. Bei blutigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten starben am Freitag im Zentrum von Tirana mindestens drei Menschen. Nach Berichten örtlicher Medien wurden sie «aus nächster Nähe erschossen».

Dutzende Polizisten und Demonstranten erlitten Verletzungen. Ministerpräsident Sali Berisha beschuldigte die Opposition, sie wolle nach tunesischem Vorbild gewaltsam die Macht im Land übernehmen.

Sozialistenchef und Oppositionsführer Edi Rama wiederum warf den Sicherheitskräften gezielte Provokationen vor. Vertreter der Europäischen Union, der USA und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa riefen die Bevölkerung in einer gemeinsamen, in Tirana veröffentlichten Erklärung zu Besonnenheit und Zurückhaltung auf. Auch Albaniens Präsident Bamir Topi mahnte zur Ruhe. In der Stadt herrschte am Abend Hochspannung, in der Stadt waren massive Polizeikräfte aufgezogen.

Mehrere tausend Demonstranten waren am Nachmittag einem Aufruf der Opposition gefolgt und hatten sich im Zentrum der Hauptstadt zu Protesten gegen die Korruption in der Regierung von Ministerpräsident Berisha versammelt. Am späten Nachmittag versuchten die Demonstranten nach offiziellen Angaben, das Regierungsgebäude zu stürmen. Die Polizei setzte daraufhin Tränengas ein, über die Köpfe der Demonstranten hinweg wurden Warnschüsse mit scharfer Munition abgegeben.

Die Demonstranten wiederum bewarfen die Polizei mit Steinen und Molotow-Cocktails. Beim Sturm auf das Regierungsgebäude wurden mehrere Bäume in Brand gesetzt, das Portal wurde aus den Angeln gerissen. Mehrere Polizeiautos gingen in Flammen auf, über der Stadtmitte standen dichte Rauchwolken. Demonstranten verschanzten sich auf dem Dach eines Museums, von wo aus sie die vorrückende Polizei mit Steinen bewarfen.

Nach offiziellen Angaben starben drei Menschen. 70 Polizisten und knapp ein Dutzend Demonstranten seien verletzt worden, hieß es zunächst. Der Chef des Militärhospitals in Tirana, Sami Koceku, sprach dagegen von 22 verletzten Zivilisten. Mindestens einer von ihnen sowie 17 Polizisten seien lebensgefährlich verletzt, sagte er.

Vertreter der Regierungspartei warfen der sozialdemokratischen Opposition einen Umsturzversuch vor. Berisha bezeichnete Oppositionsführer Rama und die Anführer der Proteste am Abend in einer Ansprache in seinem Büro als «Kriminelle und Banditen». Rama dagegen erklärte, die Demonstranten seien durch den Tränengas- und Wasserwerfereinsatz der Polizei provoziert worden.

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