Angela Merkel und Juan Manuel Santos
Bundeskanzlerin Angela Merkel hält das Friedenslicht des heiligen Franziskus. Neben ihr der kolumbianische Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos. Foto: Alessandra Tarantino/AP

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält das Friedenslicht des heiligen Franziskus. Neben ihr der kolumbianische Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos. Foto: Alessandra Tarantino/AP

dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält das Friedenslicht des heiligen Franziskus. Neben ihr der kolumbianische Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos. Foto: Alessandra Tarantino/AP

Assisi (dpa) - Angesichts der Kriegsgefahr im Nahen Osten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in Italien zu mehr Anstrengungen für den Frieden aufgerufen.

«Es gibt so viele aktuelle Entwicklungen, die uns vor Augen führen, dass Frieden alles andere als selbstverständlich ist. Die jüngste Eskalation in Syrien und bei den Nachbarn zeigt das ganz deutlich», sagte die CDU-Politikerin in Assisi, wo sie von den Franziskaner-Mönchen ausgezeichnet wurde.

Mit dem Friedenslicht würdigte der Orden Merkels Einsatz in Deutschland und Europa für das friedliche Zusammenleben der Völker. Die Glaslampe ist eine Nachbildung der Öllampe in der Grabkammer des Ordensgründers Franziskus von Assisi, mit der schon der Dalai Lama, Mutter Teresa, Israels ehemaliger Präsident Shimon Peres und Papst Franziskus ausgezeichnet wurden.

Es sei eine «schöne Fügung», an mehreren Tagen über «so etwas Grundsätzliches» wie Frieden zu sprechen, sagte Merkel. Und in der Tat bekommt man in Assisi den Eindruck, als verfolge die Kanzlerin eine Mission, während der Nahe Osten mit der geplanten Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem am Montag vor einer neuen Stufe der Eskalation steht.

Erst sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag bei der Verleihung des Karlspreises in Aachen, es gehe derzeit «wahrlich um Krieg und Frieden». Dann richtete sie auf dem Katholikentag in Münster am Freitag deutliche Worte in Richtung von US-Präsident Donald Trump, der das internationale Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt hatte. In Assisi schließt sie die Klage an, dass die Situation im Nahen Osten durch den Schritt der USA «noch angespannter geworden» sei.

Merkel, die Italiens scheidender Regierungschef Paolo Gentiloni am Samstag als «ruhige Supermacht» bezeichnete, übernimmt die Lampe von Kolumbiens Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos. Der lobte die Kanzlerin für ihr Engagement in der Flüchtlingskrise. «Nicht immer sind die gerechtesten Angelegenheiten, nicht immer sind die menschlichsten Angelegenheiten die populärsten. Aber es sind die einzigen, für die es zu kämpfen lohnt», sagte er.

Als mittlerweile einmaliges Friedensprojekt bezeichnete Merkel schließlich die EU. «Wenn wir uns die wechselvolle Geschichte unseres Kontinents vor Augen führen, dann erahnen wir, welches Glück wir heute haben.» Mit den Worten des ehemaligen EU-Kommissionspräsidenten Jacques Delors sagte sie, was jetzt als letztes passieren darf. «Wenn es uns nicht gelingt, Europa eine Seele, eine Spiritualität, eine Bedeutung zu geben, werden wir das Spiel verloren haben.»

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