Nach einem Anschlag
Ermittlungen einer der Taliban-Attacke in Kabul. Foto: S. Sabawoon/Archiv

Ermittlungen einer der Taliban-Attacke in Kabul. Foto: S. Sabawoon/Archiv

dpa

Ermittlungen einer der Taliban-Attacke in Kabul. Foto: S. Sabawoon/Archiv

Kabul (dpa) - Der Krieg in Afghanistan hat innerhalb eines Monats mehr als 1200 Menschen das Leben gekostet. Die afghanischen Sicherheitskräfte hätten im abgelaufenen afghanischen Kalendermonat bis zum 20. Juni 299 Tote zu beklagen gehabt, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Sedikki.

Das sei ein Anstieg von 22 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. 618 Soldaten und Polizisten seien verwundet worden.

753 Taliban-Kämpfer seien getötet und 305 gefangen genommen worden, sagte Sedikki. Auch 180 Zivilisten seien ums Leben gekommen. Nach Angaben des unabhängigen Internetdienstes icasualties.org wurden außerdem 24 Soldaten der Nato-geführten Schutztruppe Isaf bei Anschlägen und Angriffen Aufständischer getötet. Der Nato-Kampfeinsatz soll Ende 2014 auslaufen.

Sedikki führte die gestiegene Zahl der getöteten afghanischen Sicherheitskräfte darauf zurück, dass diese zunehmend Verantwortung von der Isaf übernehmen. Allerdings habe auch die Zahl der Taliban-Angriffe zugenommen, sagte er. Sprengfallen der Aufständischen forderten die meisten Opfer. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben aus Regierungskreisen rund 3400 afghanische Polizisten und Soldaten getötet, 2011 waren es etwa 1950.

Bei einem Anschlag in der nordafghanischen Provinz Baghlan wurden am Montag nach offiziellen Angaben ein Distrikt-Polizeichef und drei weitere Polizisten getötet. Die Bundeswehr hatte ihren Außenposten in Baghlan vor gut zwei Wochen geräumt. In der Hauptstadt Kabul erschossen Sicherheitskräfte am Montag nach eigenen Angaben einen Selbstmordattentäter, bevor dieser sich vor der Zentrale des Geheimdienstes NDS in die Luft sprengen konnte.

Die Regierung der westafghanischen Provinz Badghis teilte mit, dort seien drei Grenzposten zum Ziel eines koordinierten Taliban-Angriffs geworden. Zwölf Aufständische seien getötet und drei Polizisten verwundet worden.

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