Der spanische König Juan Carlos bei seiner Weihnachtsansprache. Foto: Angel Diaz
Der spanische König Juan Carlos bei seiner Weihnachtsansprache. Foto: Angel Diaz

Der spanische König Juan Carlos bei seiner Weihnachtsansprache. Foto: Angel Diaz

dpa

Der spanische König Juan Carlos bei seiner Weihnachtsansprache. Foto: Angel Diaz

Madrid (dpa) - Das spanische Königshaus hat erstmals seine Finanzen offengelegt. Demnach erhielt König Juan Carlos in diesem Jahr Einnahmen vor Steuern in Höhe von knapp 293 000 Euro.

Davon sind 152 233 Euro für Repräsentationskosten vorgesehen, wie der Generalsekretär des Königshauses, Alfonso Sanz Portolés, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz im Zarzuela-Palast in Madrid bekannt gab. Der spanische Staat hatte dem Königshaus für das laufende Jahr 8,43 Millionen Euro zugewiesen, etwa 5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Kronprinz Felipe erhält den Angaben nach aus dem diesjährigen königlichen Haushalt 146 376 Euro. Königin Sofía, der mit Felipe verheirateten Prinzessin Letizia und den beiden Königstöchtern Elena und Cristina seien in diesem Jahr Repräsentationskosten in Höhe von insgesamt 375 000 Euro zugewiesen worden. Der König darf diesen Betrag frei festlegen und auch über die Verteilung der Gelder unter den betroffenen Mitgliedern der Königsfamilie entscheiden.

Das Königshaus betonte, dass der umstrittene Ehemann der Monarchentochter Cristina, der Ex-Handballstar Iñaki Urdangarín, niemals Mittel aus dem Königsetat bezogen habe. Die spanische Sonderstaatsanwalt für Korruptionsdelikte ermittelt derzeit gegen den Schwiegersohn von Juan Carlos. Er steht im Verdacht, in den Jahren 2004-2006 öffentliche Gelder in Millionenhöhe der Regionalregierungen der Balearen und Valencias veruntreut zu haben.

Der Fall Urdangarin war für König Juan Carlos Anlass, künftig finanziell Rechenschaft abzulegen. Der Monarch hatte sich in den vergangenen Monaten über die Folgen des Skandals für das Ansehen des Königshauses besorgt gezeigt. Der König hatte am 12. Dezember beschlossen, seinen Schwiegersohn und dessen Frau bis auf weiteres von den offiziellen Aktivitäten der Königsfamilie auszuschließen. Gegner der Monarchie und auch mehrere politische Parteien hatten seit Jahren vom Königshaus mehr finanzielle Transparenz verlangt.

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