Meeresspiegel könnte im 21. Jahrhundert bis zu 82 Zentimeter steigen. Neue Technik lässt genauere Erfassung des Wandels zu.

Fluten und der steigende Meeresspiegel zwingen die Menschen in armen Regionen zur Flucht aus ihrem Heim.
Fluten und der steigende Meeresspiegel zwingen die Menschen in armen Regionen zur Flucht aus ihrem Heim.

Fluten und der steigende Meeresspiegel zwingen die Menschen in armen Regionen zur Flucht aus ihrem Heim.

dpa

Fluten und der steigende Meeresspiegel zwingen die Menschen in armen Regionen zur Flucht aus ihrem Heim.

Stockholm. Der Klimawandel schreitet mit Macht voran – und daran hat der Mensch einen gewaltigen Anteil. „Die Klimaerwärmung ist eindeutig“, schreiben die Forscher im ersten Teil des neuen Weltklimaberichts.

Darin treffen die Wissenschaftler sicherere Annahmen über die Erwärmung der Erde, das Steigen der Meeresspiegel und das Schmelzen der Gletscher als je zuvor. Und stellen klar: Eine Entwarnung kann es nicht geben.

„Es gibt mehr Satelliten und neue Instrumente, so dass man das gesamte Klimasystem besser erfassen kann“, sagt Professor Ulrich Cubasch, einer der Autoren des Berichts. „Da hat sich sehr viel getan, und deshalb hat man viel mehr Zuversicht, dass man all das, was man kennt, auch richtig darstellt.“

Beunruhigende neue Erkenntnisse haben die Wissenschaftler zum weltweiten Meeresspiegel: Er könnte bis zum Ende dieses Jahrhunderts wesentlich stärker steigen als bisher erwartet. „Beim letzten Bericht fehlten zum Meeresspiegel noch Daten“, sagt Cubasch – etwa zu den Gletschern und Grönland.

„Jetzt hat man neue Techniken gefunden, um das abzuschätzen. Das ist ein wesentlicher Beitrag, und deshalb sind die Zahlen auch höher geworden.“ Während der globale Meeresspiegel zwischen 1901 und 2010 um 19 Zentimeter stieg, könnten es den Forschern zufolge bis Ende dieses Jahrhunderts 26 bis 82 Zentimeter sein.

Vor allem aus Alaska, Grönland und dem Himalaya kommt das Wasser

„Die Hauptgründe dafür sind die Wärmeausdehnung des Ozeans und das Schmelzen von Gletschern, vor allem in Alaska, Patagonien, dem Himalaya und Grönland“, sagt John Church, ein Autor des Berichts im Bereich Meeresspiegel.

In der Kurzfassung des neuen Berichts, über dessen Wortlaut Forscher und Regierungen in dieser Woche Tag und Nacht verhandelten, finden sich aber auch abgeschwächte Annahmen.

Danach wird es auf der Erde im günstigsten Fall bis Ende des Jahrhunderts 0,3 Grad Celsius wärmer. Wenn keine Klimaanstrengungen unternommen werden, könnte die Oberflächentemperatur bis zu 4,8 Grad nach oben klettern.

„Wir sind nicht vorsichtiger geworden, aber die Formulierungen sind vorsichtiger“, erklärt Cubasch. „Dafür haben sich einige Staaten sehr stark gemacht.“

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