Regierungssitz in Dublin
Die irische Regierung bricht allmählich auseinander.

Die irische Regierung bricht allmählich auseinander.

dpa

Die irische Regierung bricht allmählich auseinander.

London/Dublin (dpa) - Die irische Regierung um Premierminister Brian Cowen droht auseinanderzufallen: Nach dem Rücktritt von Außenminister Micheal Martin boten am späten Mittwochabend vier weitere Minister ihren Amtsverzicht an.

Am Donnerstag wollte Cowen Medienberichten zufolge mit der Neuordnung seines Kabinetts beginnen. Ersetzt werden müssten die Posten von Gesundheitsministerin Mary Harney, Justizminister Dermot Ahern, Transportminister Noel Dempsey und Verteidigungsminister Tony Killeen. Auch Wirtschaftsminister Batt O'Keeffe stehe vor dem Rückzug.

Erst am Dienstag war Außenminister Martin zurückgetreten, nachdem Cowen ein parteiinternes Vertrauensvotum gewonnen hatte. Martin galt als Kandidat für die Nachfolge Cowens als Kopf der Fianna-Fail-Partei. In den Wochen davor hatte es bereits mehrere Rückzüge von Staatssekretären gegeben.

Irlands Regierung ist in den Strudel der Finanzkrise geraten, die die Republik schwer getroffen hatte. Vermutlich im März soll es Neuwahlen geben. Weil die Wähler über Irlands Schuldenberg und die angenommene Hilfe aus dem Rettungspaket der Europäischen Union erbost sind, wird erwartet, dass die derzeitige Regierung aus Fianna Fail und Grünen keine Chance auf eine Wiederwahl hat.

Der Grünen-Abgeordnete Paul Gogarty teilte mit, er hoffe, dass Cowen die Rücktrittsgesuche nicht annehmen werde. Eine Umbildung des Kabinetts sei nicht im Interesse des Landes, sondern nur der Partei, die auf eine Wiederwahl hoffe.

Transportminister Dempsey erklärte, die Rücktritte seien seit langem von Cowen geplant gewesen. Der Premier habe seit Wochen die Umbildung des Kabinetts kurz vor Beginn des Wahlkampfs geplant.

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