Der iranische Atom-Chefunterhändler Said Dschalili (l.) wird vom türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu in Istanbul begrüßt.
Der iranische Atom-Chefunterhändler Said Dschalili (l.) wird vom türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu in Istanbul begrüßt.

Der iranische Atom-Chefunterhändler Said Dschalili (l.) wird vom türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu in Istanbul begrüßt.

dpa

Der iranische Atom-Chefunterhändler Said Dschalili (l.) wird vom türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu in Istanbul begrüßt.

Istanbul (dpa) - Der Iran ist mit der Forderung nach Aufhebung der Sanktionen in neue Gespräche über sein umstrittenes Atomprogramm gegangen.

Dies sei eine Voraussetzung für ernsthafte Verhandlungen, wurde am Freitag aus iranischen Delegationskreisen erklärt, während es in Istanbul ein erstes Treffen mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton und Diplomaten der 5+1-Gruppe gab. Dazu gehören USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Der Westen verdächtigt die Islamische Republik, heimlich Atomwaffen bauen zu wollen.

EU-Vertreter wollten sich in Istanbul zunächst auf Anfrage nicht zu den Gesprächen äußern. Der iranische Chefunterhändler Said Dschalili sagte dem staatlichen iranischen Fernsehsender Press TV aber: «Die Atmosphäre war sehr positiv.» Am Freitag waren nach seinen Angaben noch Einzelgespräche angesetzt.

Vor dem Treffen hatten Medien über einen neuen Vorschlag Irans für einen Uran-Austausch berichtet, den Teheran zusammen mit der Türkei und Brasilien zur Grundlage für eine Entschärfung des Streits machen will. In Istanbul wurde dazu am Freitag öffentlich nicht Stellung bezogen. Die iranische Seite hat bei einem von der Türkei organisierten Vorbereitungstreffen am Donnerstagabend aber vorgeschlagen, künftig alle weiteren Atomgespräche in Istanbul zu führen. Dies sei von dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu begrüßt worden, verlautete aus iranischen Teilnehmerkreisen.

Hauptziel der fünf Vetomächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschlands ist es, den Iran von einer weiteren Anreicherung von Uran abzubringen, das später auch für den Bau einer Atombombe verwendet werden könnte. Der UN-Sicherheitsrat hat wiederholt Sanktionen verhängt, weil der Iran sich der Forderung nach einem Stopp der Anreicherung widersetzt und auf sein Recht auf zivile Nutzung der Atomkraft pocht.

Die türkische Regierung hatte im Mai angeboten, als Gewährsmann 1200 Kilogramm schwach angereichertes Uran (3,5 Prozent) aus dem Iran einzulagern. Aus dem Ausland sollten dann Teheran 120 Kilogramm höher angereichertes Uran für einen medizinischen Forschungsreaktor geliefert werden. Dieses ist technisch nicht für den Bau von Atombomben geeignet.

Allerdings verfügt Iran bisher nach Angaben der internationalen Atombehörde (IAEA) über mindestens 3183 Kilogramm schwach angereichertes Uran. Nach Teherans bisherigen Plänen für einen Uran-Austausch würde also eine größere Menge davon im Iran verbleiben. Unklar ist zudem, was mit mindestens 40 Kilogramm höher angereichertem Uran geschehen soll, über die Iran nach eigenen Angaben verfügt. Von einer iranischen Atombombe würde sich vor allem Israel bedroht fühlen.

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