Nordkoreas neuer Machthaber schlägt versöhnliche Töne an.

Kim Jong Un hielt die erste Neujahrsansprache seit 19 Jahren.
Kim Jong Un hielt die erste Neujahrsansprache seit 19 Jahren.

Kim Jong Un hielt die erste Neujahrsansprache seit 19 Jahren.

dpa

Kim Jong Un hielt die erste Neujahrsansprache seit 19 Jahren.

Pjöngjang. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un stimmt überraschend versöhnliche Töne gegenüber Südkorea an. Beide Seiten müssten sich für die Überwindung der Landesteilung stark machen, sagte Kim in seiner ersten Neujahrsansprache.

In Südkorea wurden sie als Geste gegenüber Südkoreas künftiger Präsidentin Park Geun Hye verstanden, die ihrerseits stärker auf den Nachbarn zugehen will. Konkrete Vorschläge machte Kim aber nicht. Es war die erste Neujahrsansprache eines Herrschers des kommunistischen Landes seit 19 Jahren.

Erst im Dezember hatte Pjöngjang eine neue Rakete getestet

Kims Politik zeugte bislang eher von Kontinuität. Ein neuer Beweis dafür war aus der Sicht Südkoreas und der USA der Start einer Weltraumrakete in Nordkorea im Dezember. Der Start sei noch auf den Wunsch seines Vaters Kim Jong Il erfolgt, aus dem Land eine Weltraummacht zu machen, bekräftigte Kim Jong Un jetzt. Im Ausland freilich werden solche Starts als verdeckte Waffentests gesehen.

Eine Änderung der Doktrin militärischer Stärke von Kim Jong Il hatte das Regime schon kurz nach dessen Tod vor einem Jahr ausgeschlossen. Seitdem ist sein Sohn quasi im Schnelldurchgang auf die wichtigsten Posten berufen worden. Er ist wie sein Vater und Großvater Kim Il Sung Parteichef und oberster Befehlshaber der Volksarmee.

Daneben ist er erster Vorsitzender der mächtigen Verteidigungskommission. Das erste Jahr seiner Herrschaft habe vor allem der Konsolidierung seiner Macht gedient, glauben Beobachter. Jetzt könnte der junge Kim theoretisch einen Neuanfang in den Beziehungen mit Südkorea und die Umsetzung verschobener wirtschaftlicher Reformen wagen.

Das verarmte Land ist seit Jahren auf Hilfe von außen angewiesen

So forderte Kim Jong Un einen radikalen Wechsel, der Nordkorea zu einem „wirtschaftlichen Riesen“ machen und den Lebensstandard der Menschen anheben solle. Die Landwirtschaft stünde im Zentrum. Das verarmte, aber hochgerüstete Land ist seit Jahren auf Hilfe von außen angewiesen.

Kim soll bereits ein Programm unter der Bezeichnung Reformen vorangebracht haben. So sollte dem Management von Unternehmen größere Selbstständigkeit eingeräumt werden. Es wird angenommen, dass die Reformen in einigen Regionen auf Versuchsbasis durchgeführt wurden – mehr aber auch nicht.

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