Gute Stimmung
Sie scherzen: Der US-Präsident und Papst Franziskus scheinen sich gut zu verstehen. Foto: Gabriel Bouys

Sie scherzen: Der US-Präsident und Papst Franziskus scheinen sich gut zu verstehen. Foto: Gabriel Bouys

Die Themen der Privataudienz: Vermutlich soziale Gerechtigkeit, den Kampf gegen Armut und Ausgrenzung sowie die Krisen in Syrien oder der Ukraine. Foto: Gabriel Bouys

US-Präsident Barack Obama wird von Erzbischof Georg Gänswein (r) begrüßt, der auch Privatsekretär von Papst Franziskus ist. Foto: Claudio Peri

Die Wagenkolonne des US-Präsidenten auf dem Weg zum Vatikan. Foto: Angelo Carconi

Immer mit dabei: Sicherheitskräfte begleiten Präsident Obama auf Schritt und Tritt. Foto: Massimo Percossi

Ein Gardist der Schweizer Garde salutiert, als der Wagen des US-Präsidenten vorfährt. Foto: Claudio Peri

Gruppenbild mit Papst: Die amerikanische Delegation um Präsident Barack Obama und Außenminister John Kerry (r. neben Franziskus) posiert für die Fotografen. Foto: Gabriel Bouys

Gute Stimmung: Barack Obama und Papst Franziskus tauschen Gastgeschenke aus. Foto: Gabriel Bouys

dpa, Bild 1 von 8

Sie scherzen: Der US-Präsident und Papst Franziskus scheinen sich gut zu verstehen. Foto: Gabriel Bouys

Rom (dpa) - US-Präsident Barack Obama und Papst Franziskus haben sich bei ihrem ersten persönlichen Treffen über internationale Konflikte und soziale Themen ausgetauscht. Die gut 50 Minuten lange Privataudienz sei sehr «herzlich» gewesen, teilte der Vatikan mit.

Unter anderem seien soziale Probleme und Themen wie Immigration, Menschenschmuggel, Religionsfreiheit und Wehrdienstverweigerung zur Sprache gekommen.

Die beiden Männer hatten sich zuvor mit einem langen Händedruck begrüßt. Obama, der auch von US-Außenminister John Kerry begleitet wurde, bedankte sich für die Audienz. «Es ist eine große Ehre, ich bin ein großer Bewunderer», sagte er. Vor ihrem Treffen hatte er den Papst als moralische Autorität gewürdigt, später betonte er, sein Mitgefühl für die Armen habe ihn gerührt. Auch ihre Sichtweisen zu internationalen Konflikten tauschten beide aus und betonten ihre Hoffnung auf Verhandlungslösungen und Respekt für die Menschenrechte.

Obama hatte 2009 Franziskus' Vorgänger Benedikt XVI. getroffen. Mit Franziskus war es seine erste Begegnung gut ein Jahr nach dessen Amtsantritt. Das Treffen dauerte länger als erwartet, ungeachtet der Spannungen zwischen Obamas Regierung und der Kirche in den USA wegen der Gesundheitsreform und der Debatte über eine Legalisierung von Homo-Lebenspartnerschaften. Laut Vatikan diskutierten beide auch über das Thema «Recht auf Leben» und damit wohl auch die strittige Frage nach Abtreibungen.

Nach ihrem Gespräch tauschten der erste südamerikanische Pontifex und Obama Geschenke aus. Franziskus erhielt in einer Lederschatulle Obst- und Gemüsesamen aus dem Garten des Weißen Hauses. «Wenn Sie die Chance haben und ins Weiße Haus kommen, können Sie den Garten sehen», sagte Obama. «Warum nicht», lautete Franziskus' Antwort auf Spanisch. Obama bekam zwei Bronze-Medaillen und ein rot eingebundenes Exemplar von Franziskus' apostolischem Lehrschreiben «Evangelii Gaudium».

Zum Abschied bedankte sich Obama bei dem argentinischen Papst auf Spanisch und bat ihn, für seine Familie zu beten. Nach dem gemeinsamen Foto scherzte er: «Seine Heiligkeit ist wahrscheinlich die einzige Person, die noch mehr Protokoll ertragen muss als ich.»

Für Obamas Besuch waren die Sicherheitsvorkehrungen in Rom massiv verstärkt worden. Tausende Polizisten waren im Einsatz, rund um den Vatikan und im Stadtzentrum wurden Straßen gesperrt. Sperrungen gab es auch rund um das Kolosseum, das Obama am Nachmittag besichtigen wollte. Der Besuch in Rom war für Obama nach den politischen Gipfeln in Den Haag und Brüssel die dritte Station seiner Europa-Reise. Am Freitag fliegt der US-Präsident weiter nach Saudi-Arabien.

Nach der Papst-Audienz kam Obama mit Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano zusammen, Inhalte des Gesprächs wurden zunächst nicht bekannt. Danach traf Obama den neuen Regierungschef Matteo Renzi. Beide betonten nach dem Gespräch die enge Partnerschaft zwischen den Staaten und Obama sein Vertrauen in die neue italienische Regierung.

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