Der Republikaner will US-Präsident Obama herausfordern. Aber Parteifreunde machen ihm das Leben schwer.

Mitt Romney strotzt vor Selbstbewusstsein. Mit deutlichem Vorsprung hat er die zweite US-Vorwahl in New Hampshire gewonnen. Foto: Justin Lane
Mitt Romney strotzt vor Selbstbewusstsein. Mit deutlichem Vorsprung hat er die zweite US-Vorwahl in New Hampshire gewonnen. Foto: Justin Lane

Mitt Romney strotzt vor Selbstbewusstsein. Mit deutlichem Vorsprung hat er die zweite US-Vorwahl in New Hampshire gewonnen. Foto: Justin Lane

dpa

Mitt Romney strotzt vor Selbstbewusstsein. Mit deutlichem Vorsprung hat er die zweite US-Vorwahl in New Hampshire gewonnen. Foto: Justin Lane

Washington. Nach seinem überzeugenden Sieg bei der Vorwahl im US-Staat New Hampshire hat der frühere Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, seine Position als klarer Favorit unter den republikanischen Präsidentschaftskandidaten festigen können.

Dennoch weht ihm aus den eigenen Reihen heftiger Gegenwind entgegen. Keiner seiner Gegner will das Handtuch werfen, und durch das neue Nominierungsverfahren ist es fast unmöglich, für eine schnelle Entscheidung zu sorgen.

Ron Paul erringt einen überraschenden zweiten Platz

Dass ihm bei den Vorwahlen der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen sein wird, davon scheint Mitt Romney überzeugt zu sein. Nach seinem zweiten Sieg bei den Vorwahlen nahm er weder von Ron Paul Notiz, dem 76-jährigen Kongressabgeordneten, der einen starken zweiten Platz erreichte.

Noch sprach er über den aufstrebenden John Huntsman. Ihn hatten die meisten Experten nach seinem miserablen Abschneiden bei der ersten Vorwahl in Iowa schon abgeschrieben. Nun könnte er dem Favoriten aber noch gefährlich werden.

Denn der Ex-Gouverneur von Utah vertritt ähnliche Ansichten wie Romney. Zudem verkörpert er mit seiner dynamischen und jugendlichen Ausstrahlung jene Tatkraft, die Amerikaner von einem künftigen Präsidenten erwarten.

Droht eine neue transatlantische Eiszeit, sollte Mitt Romney der nächste amerikanische Präsident werden? Der amtierende Präsident Barack Obama wolle die USA in einen „sozialistischen Wohlfahrtsstaat nach europäischem Vorbild“ verwandeln, schimpfte Romney nach seinem Sieg in New Hampshire. Obama erhalte „seine Inspiration aus den Hauptstädten Europas, nicht den Städten und Dörfern Amerikas“, deren Bürger die USA „zur größten Nation in der Geschichte der Erde gemacht haben“.

Romney kündigte in Anspielung auf die Euro-Krise an, er werde aus Amerika „das machen, wozu wir fähig sind, nicht das, was aus Europa geworden ist“. Auch signalisierte Romney eine Rückkehr zu einem Unilateralismus – also einer Politik ohne Absprache mit Bündnispartnern. Er werde für eine Außen- und Sicherheitspolitik kämpfen, die von „militärischer Überlegenheit“ anstelle jener Einbindung geprägt ist, die Obama seit drei Jahren propagiere.

Zugleich erschwert ein neues Vorwahlsystem selbst einem Spitzenreiter, frühzeitig als Sieger festzustehen. Erstmals gilt nämlich nicht mehr das Prinzip, dass der Gewinner auch alle Stimmen bekommt.

Vielmehr gilt ein Proporzsystem, wodurch Romney bisher nur einen kleinen Teil der Stimmen für sich verbuchen konnte. Dass es dadurch wesentlich länger dauern wird, den Sieger zu ermitteln, wissen auch Romneys Gegner sehr wohl.

Ein unabhängiger Kandidat könnte Mitt Romney noch stoppen

Zudem hat Ron Paul signalisiert, dass er bereit wäre, eine gefährliche Trumpfkarte auszuspielen: Paul könnte als unabhängiger Drittkandidat antreten. Fast jede Stimme für ihn ginge dann zulasten von Romney.

Aus der Sicht des Favoriten ein Horrorszenario, das an 1992 erinnert: Damals trat der texanische Milliardär Ross Perot als Unabhängiger an, brachte George Bush senior um die Wiederwahl und bescherte dem Demokraten Bill Clinton einen Erdrutschsieg.

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