Erbil (dpa) - Nach der Vertreibung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus der nordirakischen Region Sindschar sind nach kurdischen Angaben weitere Massengräber entdeckt worden. Darin seien 113 Leichen von offenbar bei Massenexekutionen erschossenen Jesiden gefunden worden, erklärte ein Behördensprecher am Wochenende. Eines der Gräber zwölf Kilometer südlich von Sindschar-Stadt sei mit Sprengsätzen vermint worden, die jedoch entschärft worden seien, hieß es.

Der IS hatte im Sommer 2014 Sindschar überrannt und Zehntausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden in die Flucht getrieben. Erst Mitte November konnten kurdische Peschmerga das Gebiet von den Islamisten befreien. Der IS verfolgt Jesiden als «Teufelsanbeter» und hat viele von ihnen ermordet. Zuvor waren nach kurdischen Angaben in Massengräbern bereits 130 Opfer geborgen worden, darunter zahlreiche Frauen. Viele werden weiterhin vermisst.

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