Pierre Nguyên Văn Nhon
Pierre Nguyên Văn Nhon aus Vietnam bei der feierlichen Ernennung im Petersdom. Unter den 20 Würderträgern sind sieben Europäer, drei Asiaten, fünf Süd- oder Lateinamerikaner, drei Afrikaner und zwei Bischöfe aus Ozeanien. Foto: Claudio Peri

Pierre Nguyên Văn Nhon aus Vietnam bei der feierlichen Ernennung im Petersdom. Unter den 20 Würderträgern sind sieben Europäer, drei Asiaten, fünf Süd- oder Lateinamerikaner, drei Afrikaner und zwei Bischöfe aus Ozeanien. Foto: Claudio Peri

Papst Franziskus (l. vorne, mit dem emeritierten Papst Benedikt XVI.) hat 20 Würdenträger zu Kardinälen ernannt. Foto: Osservatore Romano

Papst Franziskus (r) im Gespräch mit seinem Vorgänger, dem emeritierten Papst Benedikt XVI.. Foto: Claudio Peri

dpa, Bild 1 von 3

Pierre Nguyên Văn Nhon aus Vietnam bei der feierlichen Ernennung im Petersdom. Unter den 20 Würderträgern sind sieben Europäer, drei Asiaten, fünf Süd- oder Lateinamerikaner, drei Afrikaner und zwei Bischöfe aus Ozeanien. Foto: Claudio Peri

Rom (dpa) - Papst Franziskus hat 20 katholische Bischöfe, darunter auch den Deutschen Karl-Josef Rauber, zu Kardinälen erhoben. An der feierlichen Zeremonie im Petersdom nahm auch der emeritierte Papst Benedikt XVI. teil, der von seinem Nachfolger herzlich begrüßt wurde.

Franziskus nahm sich Zeit für ein kurzes Gespräch mit dem entspannt wirkenden 87-Jährigen. Für Benedikt war es einer der wenigen öffentlichen Auftritte seit seinem Rücktritt.

Franziskus setzte den neuen Kardinälen das scharlachrote Birett auf und übergab ihnen den Kardinalsring. Sie gehören zum Kollegium der rund 200 höchsten Würdenträger der katholischen Kirche nach dem Pontifex. Franziskus rief die Kardinäle zu einem verantwortungsvollen Miteinander und Liebe auf. «Je mehr sich die Verantwortung im Dienst an der Kirche ausweitet, umso weiter muss das Herz werden.» Sich vom Zorn leiten zu lassen, sei «für einen Kirchenmann unannehmbar».

Der 78-Jährige betonte auch: «Die Kardinalswürde ist zweifellos eine Würde, aber sie ist kein Ehrentitel.» Der 80 Jahre alte Rauber sagte: «Man soll dieser Sache von dem Äußeren her nicht zu viel Bedeutung geben. Aber ich glaube, von innen her ist es schon etwas Besonderes, da wir mit dem Heiligen Vater so in besonderer Weise verbunden sind.»

Die 20 neuen Kardinäle stammen aus 18 verschiedenen Ländern, unter anderem von den Kapverdischen Inseln, aus Myanmar, Äthiopien und Tonga. Insgesamt wurden sieben Europäer, drei Asiaten, fünf Süd- oder Lateinamerikaner, drei Afrikaner und zwei Bischöfe aus Ozeanien erhoben. Der Kolumbianer José de Jesús Pimiento Rodríguez war der einzige, der aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen konnte.

Franziskus bleibt mit dieser Auswahl auch beim zweiten Konsistorium seines Pontifikats einer seiner Leitideen treu. «Er geht an die Peripherie, er geht an die Grenzen und er ist ein Papst, der die Überraschungen liebt. Ich finde das prima», erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx.

Rauber ist der zehnte deutsche Kardinal. Der in Nürnberg geborene ehemalige Vatikan-Diplomat, der in Ländern wie Uganda, Belgien und Ungarn als Päpstlicher Botschafter arbeitete, lebt mittlerweile auf der Schwäbischen Alb nahe Rottenburg. «Er ist in all den Aufgaben Mensch, Priester und Seelsorger geblieben», lobte Marx.

Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann würdigte Raubers «Unbestechlichkeit und Unabhängigkeit des Urteils, Offenheit und Freimut im Umgang miteinander und Bescheidenheit und Demut im Auftreten.» Die deutsche Botschafterin im Vatikan, Annette Schavan, ergänzte: «Er ist ein wunderbares Beispiel für die Verbindung eines brillanten Diplomaten und eines warmherzigen Seelsorgers.»

Insgesamt fünf der neuen Kardinäle, darunter auch Rauber, haben die Altersgrenze von 80 Jahren bereits überschritten und dürfen daher nicht an einem Konklave zur Wahl eines neuen Papstes teilnehmen - das besondere Privileg der Purpurträger.

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