Nairobi/Kigali (dpa) - Seit Jahrzehnten schwelende Spannungen zwischen den ethnischen Volksgruppen der Hutu und Tutsi in Ruanda eskalierten im Jahr 1994 und führten zu einem blutigen Völkermord.

Dabei wurden Hunderttausende Menschen, vor allem Tutsi, umgebracht. Als Auslöser für das drei Monate andauernde Morden gilt das Attentat auf den zu den Hutus gehörenden Präsidenten Juvenal Habyarimana, dessen Flugzeug am 6. April 1994 beim Landeanflug auf Kigali mit einer Rakete abgeschossen wurde.

Radikale Hutu-Milizen lasteten den Mord der Tutsi-Minderheit an und riefen zu Vergeltung auf. Sie töteten mindestens 800 000 Tutsi und gemäßigte Hutu. Viele Opfer wurden mit Macheten in Stücke gehackt, andere bei lebendigem Leibr in Kirchen verbrannt, in denen sie Zuflucht gesucht hatten.

Nach Angaben von Menschenrechtlern und Helfern war der Völkermord geplant. Ziel der Gräueltaten sei die Ausrottung der Tutsi gewesen, die etwa elf Prozent der ruandischen Bevölkerung ausmachten. Infolge des anschließenden Bürgerkrieges flohen weit mehr als zwei Millionen Ruander, mehrheitlich Hutus, nach Burundi, Tansania, Uganda und in den Kongo (damals Zaire).

Die UN zogen einen Großteil ihrer in Ruanda stationierten Truppen kurz nach dem Ausbruch des Konflikts ab.

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