Nach dem Anschlag wird der 22-jährige Jared Lee Loughner dem Haftrichter vorgeführt. Wo liegt das Motiv für die Bluttat?

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Psychisch auffällig: der 22-jährige Jared Lee Loughner.

Psychisch auffällig: der 22-jährige Jared Lee Loughner.

dpa

Psychisch auffällig: der 22-jährige Jared Lee Loughner.

Washington. Jared Lee Loughner sei schon in der Mountain View High School ein bisschen „komisch“ gewesen, erinnern sich damalige Mitschüler. Später habe er eine Freundin gehabt, sich mit ihr zunehmend abgekapselt, schildert ein Freund aus Loughners Kindheit. Nach dem Ende der Beziehung schien Loughner „zunehmend verstört“, berichtet der Freund weiter. Loughner habe angefangen, „merkwürdige Geschichten“ zu erzählen. Heute, nach Loughners Anschlag auf die US-Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords und dem Blutbad mit sechs Toten in Tucson (Arizona), weiß man: Das war nur der Anfang, danach begann ein rapider Verfall.

Hysterisches Gelächter und aggressive Ausbrüche

Studenten und Lehrer der Algebra-Klasse am Pima Community College zeichnen rückblickend das Bild eines jungen Mannes mit immer stärkeren Anzeichen von geistiger Instabilität und Verwirrung – so sehr, dass man sich geradezu vor ihm fürchtete.

Da wird etwa vom Vorfall am ersten Tag des neuen Schuljahres im vergangenen Juni berichtet. College-Lehrer Ben McGahee stellte eine simple Frage – und war völlig überrascht von der heftigen Reaktion. „Wie kannst du Mathematik verleugnen anstatt sie zu akzeptieren?“ habe ihn Loughner attackiert.

Aber Loughners bizarres Verhalten – von hysterischem Gelächter bis hin zu aggressiv wirren Ausbrüchen – hielt an, wurde teils noch schlimmer, schildern der Lehrer und Mitstudenten. So habe er bei Klassenarbeiten oft auch völlig unverständliche Antworten geschrieben, etwa: „Esse+Schlafe+Putze die Zähne=Mathe.“

Loughner bezeichnete seine Schule als „verfassungswidrig“

Die Schulleitung handelte schließlich, nachdem Mitarbeiter am 29. September auf ein YouTube-Video stießen, in dem Loughner das College als „verfassungswidrig“ bezeichnete.

Wann Loughner Besessenheit von Gabrielle Giffords anfing, wird wohl vorerst unklar bleiben. Fest steht, dass er sie 2007 bei einer kleinen Bürgerversammlung traf und am Tag danach seinem damaligen Freund Alex Montanaro davon erzählte. Demnach fragte Loughner Giffords so etwas wie „Warum bedeuten Worte, was sie bedeuten?“ Loughner sei ärgerlich gewesen, dass ihm die Politikerin nicht die Antwort gegeben habe, die er erhofft habe, schildert Montanaro.

Dazu passt, dass die Polizei am Montag im Haus des Attentäters einen Umschlag mit „Botschaften“ Loughners entdeckte. Sie enthielten Formulierungen wie „Mein Attentat“, „Ich habe voraus geplant“ und den Namen Giffords. Zudem weisen bizarre Videos des Mannes im Internet auf einen wirren politischen Hintergrund hin.

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