Ein Quartier für Soldaten der EU-Ausbildungsmission in Koulikore in Mali. Foto: Oliver Lang
Ein Quartier für Soldaten der EU-Ausbildungsmission in Koulikore in Mali. Foto: Oliver Lang

Ein Quartier für Soldaten der EU-Ausbildungsmission in Koulikore in Mali. Foto: Oliver Lang

dpa

Ein Quartier für Soldaten der EU-Ausbildungsmission in Koulikore in Mali. Foto: Oliver Lang

Bamako (dpa) - Die Bundeswehr wird möglicherweise länger im westafrikanischen Krisenland Mali bleiben als geplant. Verteidigungsminister Thomas de Maizière mahnte bei einem Besuch in Mali zu Geduld bei den internationalen Bemühungen für eine Befriedung des Landes.

«Das ist eine gewaltige Aufgabe, die langen Atem braucht.» Die EU-Ausbildungsmission für Malis desolate Streitkräfte soll nach wochenlangen Vorbereitungen im April anlaufen. Geplant ist bislang ein Zeitraum von 15 Monaten.

De Maizière sagte nach einem Treffen mit Übergangspräsident Dioncounda Traoré in der Hauptstadt Bamako jedoch: «Ob es bei diesen 15 Monaten bleibt, muss man sehen.» Am Nachmittag besuchte er das künftige EU-Ausbildungslager. Auf dem Militärgelände in der Kleinstadt Koulikoro, 65 Kilometer von Bamako entfernt, sollen von April an etwa 2500 malische Soldaten für den Kampf gegen islamistische Rebellen ausgebildet werden. Die Europäische Union will 550 Soldaten entsenden. Darunter sind auch mehr als 80 Angehörige der Bundeswehr. Die ersten deutschen Soldaten sollen noch in dieser Woche eintreffen. Bislang gibt es dafür nur ein Bundestags-Mandat von einem Jahr.

Der französische Leiter der EU-Mission, General François Lecointre, zeigte sich ebenfalls offen für eine Verlängerung des Einsatzes. Darüber müsse jedoch im Herbst die Politik entscheiden. Nach seinen Worten werden im kommenden Monat zwischen 650 und 700 malische Soldaten mit der Ausbildung beginnen. De Maizière fügte hinzu: «Wir starten jetzt, im Herbst werden wir sehen.»

In Mali kämpfen französische Truppen seit Januar mit Unterstützung afrikanischer Einheiten gegen islamistische Rebellen, die inzwischen weit zurückgedrängt wurden. Die Bundeswehr leistet mit vier Flugzeugen bereits logistische Unterstützung. Dazu sind im Nachbarland Senegal derzeit etwa 90 deutsche Soldaten stationiert. In Koulikoro will die Bundeswehr vom Wochenende an ein Feldlazarett zur Versorgung von erkrankten und verwundeten Soldaten aufbauen. Mitte April soll dann die Ausbildung von Pionieren beginnen.

De Maizière verwies darauf, dass der Kampf gegen Terroristen auch in eigenem deutschem Interesse liege. «Deutschland ist gut dabei beraten, Mali zu unterstützen.» Ziel der Mission sei es, Malis Streitkräfte in die Lage zu versetzen, selbst für die Sicherheit im eigenen Land zu sorgen. Erforderlich sei dazu aber auch ein «Prozess der politischen Versöhnung». Für Juli sind in Mali Wahlen geplant. Derzeit besteht Malis Armee nach Expertenschätzung aus etwa 5000 Soldaten, die allerdings miserabel ausgestattet sind.

Der Stützpunkt Koulikoro liegt mehr als tausend Kilometer von den gegenwärtigem Kampfgebieten im Norden des Landes entfernt. Befürchtet wird jedoch, dass die insgesamt 550 EU-Soldaten Ziel von Selbstmord-Anschlägen durch Islamisten werden könnten. De Maizière sagte dazu: «Das ist ein Gebiet, was im Moment nicht so unsicher ist wie die Gebiete im Norden. Allerdings müssen wir gewappnet sein. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.»

Am Sonntagabend hatte der Minister bereits ein Kontingent der deutschen Mali-Truppen besucht, die im Nachbarland Senegal stationiert sind. Von dort leisten die etwa 90 Bundeswehr-Angehörigen logistische Unterstützung für den internationalen Einsatz. Dazu wurden drei Transall-Transporter sowie ein Airbus A 310, mit dem französische Kampfjets aufgetankt werden können, in den Senegal verlegt.

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