Abschiebung nach Afghanistan
Ein mit abgelehnten Asylsuchenden besetztes Flugzeug auf dem Flughafen München. Foto: Matthias Balk/Symbol

Ein mit abgelehnten Asylsuchenden besetztes Flugzeug auf dem Flughafen München. Foto: Matthias Balk/Symbol

dpa

Ein mit abgelehnten Asylsuchenden besetztes Flugzeug auf dem Flughafen München. Foto: Matthias Balk/Symbol

Hamburg. Der abgelehnte afghanische Asylbewerber, der sich nach seiner Abschiebung aus Deutschland das Leben nahm, litt einem Medienbericht zufolge seit Monaten unter psychischen Problemen. Ehemalige Mitbewohner des Afghanen sagten dem "Spiegel" laut einem Vorabbericht vom Freitag, der junge Mann habe depressiv und verwirrt gewirkt. Im Frühjahr 2018 befand er sich demnach wegen psychischer Probleme in Behandlung.

Unter solchen Umständen würden Behörden in der Regel von Rückführungen absehen, berichtete der "Spiegel". Die Hamburger Ausländerbehörde hingegen bekräftigt demnach, der Afghane sei vor der Abschiebung auf Flugtauglichkeit untersucht worden. Anzeichen für eine Suizidgefahr habe es dabei nicht gegeben. Der Afghane war vergangene Woche in seine Heimat abgeschoben worden. Er wurde später tot in einer Zwischenunterkunft in Kabul aufgefunden.

Der Fall sorgte auch deswegen in Deutschland für großes Aufsehen, weil Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zuvor darüber gewitzelt hatte, dass mit dem Abschiebeflug an seinem 69. Geburtstag 69 Menschen in das Krisenland zurückgebracht worden seien. Die Äußerung sorgten auch angesichts des später bekannt gewordenen Suizids des jungen Afghanen für Empörung, aus der Opposition gab es Rücktrittsforderungen. fs/jdö AFP

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