Belgien empört sich über eine Stiftung ihrer Ex-Monarchin Fabiola. Es geht um viele Millionen Euro.

Königin Fabiola von Belgien bei der Te-Deum-Messe in der Cathedrale des Saints Michel et Gudule am 21.07.2012 in Brüssel. Die frühere belgische Königin (84) ist wegen der Gründung einer Familienstiftung zugunsten angeblich bedürftiger Neffen ins Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik geraten.
Königin Fabiola von Belgien bei der Te-Deum-Messe in der Cathedrale des Saints Michel et Gudule am 21.07.2012 in Brüssel. Die frühere belgische Königin (84) ist wegen der Gründung einer Familienstiftung zugunsten angeblich bedürftiger Neffen ins Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik geraten.

Königin Fabiola von Belgien bei der Te-Deum-Messe in der Cathedrale des Saints Michel et Gudule am 21.07.2012 in Brüssel. Die frühere belgische Königin (84) ist wegen der Gründung einer Familienstiftung zugunsten angeblich bedürftiger Neffen ins Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik geraten.

dpa

Königin Fabiola von Belgien bei der Te-Deum-Messe in der Cathedrale des Saints Michel et Gudule am 21.07.2012 in Brüssel. Die frühere belgische Königin (84) ist wegen der Gründung einer Familienstiftung zugunsten angeblich bedürftiger Neffen ins Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik geraten.

Brüssel. Belgiens Ex-Königin Fabiola (84) galt bisher vielen im Lande als Inbegriff von Moral und beispielhafter Integrität. Damit ist es jetzt vorbei. Über die alte Dame, von 1960 bis zum Tod ihres Ehemannes König Baudouin im Juli 1993 die erste Dame des Königreichs, rollt gerade ein Tsunami von Kritik hinweg.

Es geht um eine Privatstiftung namens „Fons Pereos“, die die aus Spanien stammende, streng katholische Fabiola im September gegründet hatte. Als erstes Ziel wird in der Gründungsakte die Unterstützung von Nichten und Neffen des einstigen Königspaares genannt. Wichtige Bedingung: Sie müssen aus „einer ersten, religiös-katholisch geschlossenen Ehe hervorgegangen“ sein. Zudem soll die Stiftung das Andenken an König Baudouin fördern und auch mildtätige katholische Werke unterstützen.

Der Erbschaftssteuersatz liegt bei 65 bis 80 Prozent

Kaum war die Stiftung bekanntgeworden, wurde Fabiola, nach wie vor „Königin von Belgien“ vorgehalten, es gehe nur darum, ein Millionenvermögen an der belgischen Erbschaftssteuer vorbeizuschleusen. Die liegt, falls höhere Beträge nicht an engste Familienangehörige gehen, bei 65 bis 80 Prozent.

Die Ehe des früheren Königspaares war kinderlos geblieben

Dass es aber keine nahen Angehörigen gibt, ist die Tragik jener schüchternen Doña Fabiola-Fernanda-Maria de las Victorias Antonia-Adelaïda Mora y Aragón, die sich 1960 in den mindestens ebenso stillen König Baudouin verliebte. Kinderlos blieb die Ehe, sieben Fehlgeburten hatte Fabiola, das Land litt mit ihr. Nun gehe es darum, für „bedürftige Neffen“ zu sorgen, sagte ihr Anwalt.

Und im Gegensatz zum Eindruck in der Öffentlichkeit werde die Stiftung nicht mit jenem Steuergeld ausgestattet, das die Königin vom Staat bekomme: Jährlich 1,4 Millionen Euro. Es handele sich um privates Vermögen der uralten spanischen Adelsfamilie. In einer „persönlichen Erklärung“ wandte sich Fabiola an die Belgier: Sie wolle Möbel und Bilder aus Familienbesitz verkaufen, um das Geld in die Stiftung einbringen zu können, „weil ich selbst kein eigenes Kind habe“.

Belgier fordern neue Regeln für Zahlungen an das Königshaus

Viele Belgier fordern nun, es müsse gut sein damit, dass jährlich rund 14,3 Millionen Euro an „Dotationen“ an diverse Mitglieder des Königshauses gezahlt werden. Nur noch Thronfolger, König und Alt-König sollten Steuergeld bekommen. Vor allem Astrid und Laurent, die Kinder des jetzigen Königs Albert II., könnten erste Leidtragende einer neuen Regelung sein.

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