Jörg Carstensen

Auma Obama erinnert sich gern an den ersten Brief ihres berühmten Halbbruders – obwohl er ihr damals einen gehörigen Schrecken eingejagt hatte. „Er war ein Fremder für mich“, schreibt sie in ihrer Autobiografie. Der erste Kontakt ist fast 30 Jahre her. Inzwischen ist der fremde Bruder als US-Präsident einer der mächtigsten Männer der Welt – und für Auma längst kein Fremder mehr. Sie habe ihn als „starken Charakter mit viel Durchsetzungskraft“ kennengelernt, sagt die Kenianerin. Am Mitttwoch trifft sie ihren Halbbruder in Berlin.

Mit ihrem berühmten Namen setzt sich die promovierte Germanistin für benachteiligte afrikanische Kinder ein. Ende 2011 gründete sie die Entwicklungshilfe-Stiftung „Sauti Kuu“ („Starke Stimmen“). Zuvor arbeitete sie fast fünf Jahre lang für die Hilfsorganisation Care in Kenia. Auma Obama wuchs bei ihrer Mutter in Kenia auf, Halbbruder Barack bei seiner amerikanischen Mutter in Hawaii und Indonesien. 1980 kam Auma Obama zum Studium nach Heidelberg, lebte später in Bayreuth. Insgesamt blieb sie 16 Jahre lang in Deutschland und erlebte hier auch hautnah den Fall der Berliner Mauer. Sie spricht ausgezeichnet deutsch. dpa

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