Präsident Barack Obama trifft auf seinen Herausforderer Mitt Romney. Fällt die Vorentscheidung für die Wahl im November?

Wahlkampf
Barack Obama (li.) und Mitt Romney bei Wahlkampfveranstaltungen.

Barack Obama (li.) und Mitt Romney bei Wahlkampfveranstaltungen.

dpa

Barack Obama (li.) und Mitt Romney bei Wahlkampfveranstaltungen.

Washington. Bürgerkrieg in Syrien, Atomstreit mit dem Iran, Eurokrise – alles kein Thema in den USA. Präsident Barack Obama ist von der Bildfläche verschwunden ebenso sein Herausforderer Mitt Romney.

Bis zur ersten TV-Debatte im Präsidentenwahlkampf am Mittwochabend (3 Uhr Donnerstag MESZ) ist das politische Getriebe der „Weltmacht Nummer eins“ praktisch zum Erliegen gekommen.

„Es ist ein extrem seltener Augenblick, wenn vor einem Ereignis alle und alles zum Stillstand kommen“, wundert sich selbst die „Washington Post“. Auch die Zeitung kann das bevorstehende Spektakel nur schwer auf den Begriff bringen: Mal spricht sie von einem „kulturellen Happening“, mal nennt sie es „Super Bowl für die Politik“, mit Blick auf das jährliche Football-Großereignis.

Dabei betonen Experten, bei den Rededuellen gehe es eher um die Quoten der TV-Sender denn um wirkliche wahlentscheidende Ereignisse. Die allermeisten Wähler wüssten schon vor dem ersten „Showdown“ (TV-Sender CNN), wo sie am 6. November ihr Kreuz machen werden.

Aussetzer und schwere Patzer könnten die Stimmung drehen

Das sehen die Republikaner freilich anders. Die Anhänger von Romney, der in Umfragen immer weiter zurückfällt, klammern sich an die Hoffnung, dass ihr Mann gleich in der ersten eineinhalbstündigen Debatte in Denver die Lage auf einen Schlag herumreißen könnte.

Barack Obama und Mitt Romney bestreiten drei Fernsehdebatten, ein Duell ist den Anwärtern für die Vize-Präsidentschaft, Paul Ryan und Joseph Biden, vorbehalten.

Das ZDF überträgt den ersten Schlagabtausch in der Nacht zum Donnerstag ab 2.45 Uhr.

Dabei verweisen Studien jedoch darauf, dass es in den vergangenen 50 Jahren bestenfalls zwei Debatten gab, die das Wahlergebnis entscheidend beeinflusst hätten, wie die „New York Times“ berichtet.

Experten betonen: Nur echte Aussetzer, schwere Patzer oder rhetorische Blackouts könnten dazu führen, dass eine Debatte zum „Gamechanger“ wird – zum Ereignis, das die ganze Ausgangslage wenige Woche vor der Wahl völlig durcheinanderwirbelt.

Immer wieder erinnern die Medien an historische Beispiele: Etwa, dass Richard Nixon 1960 im TV-Duell mit John F. Kennedy eigenartig unrasiert wirkte, und die Farbe seines Anzugs zu matt und blass war. Oder wie sich Präsident Gerald Ford 1976 zu der Aussage verstieg: „Es gibt keine sowjetische Vorherrschaft in Osteuropa.“

Doch ob sich Obama oder Romney derartige Schwächen leisten, ist mehr als fraglich. Auch dass einer der beiden wütend mit der Faust auf den Tisch schlägt oder entnervt aus der Haut fährt, gilt als extrem unwahrscheinlich – dazu sind die Kontrahenten schlichtweg zu professionell.

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