Wahllokal im südsudanesischen Aweil: Wahlhelfer zählen Stimmen. (Archivbild)
Wahllokal im südsudanesischen Aweil: Wahlhelfer zählen Stimmen. (Archivbild)

Wahllokal im südsudanesischen Aweil: Wahlhelfer zählen Stimmen. (Archivbild)

dpa

Wahllokal im südsudanesischen Aweil: Wahlhelfer zählen Stimmen. (Archivbild)

Juba (dpa) - Rekordverdächtiges Ja für einen neuen Staat in Afrika: Fast 99 Prozent der Wähler im Südsudan haben nach der bisherigen Auszählung für die Unabhängigkeit vom Norden gestimmt.

Nach der Auszählung von 3,2 Millionen Stimmen (83,4 Prozent) sprachen sich die Wähler auf 98,6 Prozent aller gültigen Wahlzettel für eine Trennung vom Norden und einen eigenen Staat aus. Das teilte die Referendumskommission am Freitag auf ihrer Webseite mit.

Rund vier Millionen Wähler hatten vom 9. Januar an eine Woche lang in einer Volksabstimmung über die Zukunft der bisher teilautonomen Region entschieden. Schon vor dem von Jubel und Volksfeststimmung gezeichneten Referendum hatten alle Umfragen ein deutliches Ja für einen eigenen Staat erwarten lassen. Nach den Bestimmungen des Friedensabkommens zwischen Nord und Süd gilt der 9. Juli als wahrscheinliches Datum für die Unabhängigkeit des Südens.

Das vorläufige Ergebnis der historischen Abstimmung wird voraussichtlich am 30. Januar veröffentlicht. Das endgültige Resultat soll im Februar in Khartum vorgestellt werden. Wahlbeobachter hatten den friedlichen Wahlverlauf gelobt. Zu den prominentesten Wahlbeobachtern gehörten Hollywoodstar George Clooney, der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter und der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan.

Nachdem bereits die Ergebnisse der Wähler im Nordsudan und aus dem Ausland ein klares Votum für einen eigenen Staat gezeigt hatten, bestätigen auch die Ergebnisse aus den zehn Bundesstaaten des Südens den Willen der Südsudanesen, sich nach Jahrzehnten der Benachteiligung und einem 21 Jahre langen Bürgerkrieg vom Norden loszusagen.

Die Volksabstimmung gehörte zu den wichtigsten Punkten des Friedensabkommens von 2005. Die Regierung in Khartum hat bereits versichert, das Ergebnis des Referendums anzuerkennen. Bei einer Teilung des bisher größten Staates Afrikas verliert der Norden ein Drittel seines Territoriums und etwa zwei Drittel seines Ölreichtums.

Rund 80 Prozent des genauen Grenzverlaufs sind noch strittig. Auch über die Zukunft der ölreichen Region Abyei, die immer wieder schwere ethnische Konflikte erlebte, soll in einer eigenen Volksabstimmung dort entschieden werden. Auch bei einer Teilung des Sudans werden beide Staaten vor allem wirtschaftlich aufeinander angewiesen sein. So hat der Südsudan zwar den Großteil des Ölreichtums, aber keinerlei Infrastruktur.

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