Malala Yousafzai kämpft für das Recht der Frauen auf Bildung. Bei einem Attentat wurde sie schwer verletzt.

Pakistan
Malala Yousafzai ist durch ihren Kampf für Bildung bekanntgeworden. (dpa)

Malala Yousafzai ist durch ihren Kampf für Bildung bekanntgeworden. (dpa)

T. Mughal

Malala Yousafzai ist durch ihren Kampf für Bildung bekanntgeworden. (dpa)

Islamabad. Jeden Tag haben sie für Malala Yousafzai gebetet. Sie haben unzählige Kerzen entzündet und Porträtfotos der 14 Jahre alten Schülerin durch die Straßen von Islamabad, Karachi oder Lahore getragen. Es sind vor allem Mädchen und junge Frauen, die den Drohungen der Taliban trotzen und den Mordversuch der Aufständischen an der jungen Aktivistin verurteilten. „Wir kämpfen für das Recht der Frauen auf Bildung“, steht auf ihren Plakaten. Wegen dieser Forderung war Malala zum Ziel militanter Extremisten geworden.

Niedergeschossen wurde Malala in Mingora, der größten Stadt des Swat-Tals. Ein Taliban-Kämpfer stoppte den Bus, mit dem sie und ihre Schulkameradinnen nach Hause fuhren. Er fragte, welches der Mädchen Malala sei. Dann eröffnete er das Feuer. Eine Kugel traf die 14-Jährige am Kopf und blieb in der Nähe ihres Rückenmarks stecken. Malala wurde stundenlang operiert und könnte lebenslange physische und psychische Schäden davontragen. Am Montag wurde sie zur weiteren Behandlung nach Großbritannien ausgeflogen.

Schulen schließen nach dem kaltblütigen Anschlag

Die kaltblütige Attacke auf Malala und ihr Kampf ums Überleben haben sie zu einem Symbol für den Widerstand gegen die Taliban werden lassen: Schulen blieben in ihrem Namen geschlossen. Sowohl politische als auch religiöse Führer des Landes verurteilten die Tat. Premierminister Raja Pervez Ashraf besuchte die Verletzte und ihre Familie gleich zweimal im Krankenhaus.

Auch das mächtige Militär nahm die Bluttat zum Anlass, sich öffentlich gegen die Extremisten zu positionieren. Malala sei eine „Ikone der Tapferkeit und der Hoffnung“, erklärte Armeechef Ashfaq Parvez Kayani. Er beschimpfte die Angreifer als „Feiglinge“. Mit den Taliban aus dem Swat-Tal verbindet das Militär eine innige Feindschaft. Die Aufständischen hatten 2008 die Kontrolle über die Region gewonnen und schufen ihren eigenen Gottesstaat. Sie führten die Scharia ein, die islamische Rechtsordnung. Sie verboten Musik und den Schulbesuch für Mädchen.

Islamisten schüchtern die Menschen im Swat-Tal mit Gewalt ein

Damals legte Malala den Grundstein für ihre Prominenz, als sie unter Pseudonym für die britische BBC bloggte und gegen das Schulverbot anschrieb. Die Armee ging im Frühjahr 2009 schließlich gegen die Taliban vor – und vertrieb sie im Swat-Tal von der Macht. Der Angriff auf Malala zeigt aber, dass sie dort weiterhin operieren können.

Nach den Schüssen auf das Mädchen meldeten sich die Taliban erneut zu Wort. Sie drohten, Malala erneut anzugreifen, sollte sie überleben. Zwar gelingt es den Extremisten seit Jahren, Gegner einzuschüchtern. Diesmal aber ging die Rechnung nicht auf – im Gegenteil. Zu Tausenden gingen die Menschen in den vergangenen Tagen auf die Straße, um gegen die Taliban zu protestieren.

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