Bei einem Autobombenanschlag auf Busse mit umgesiedelten Menschen aus zwei belagerten Orten sind im Norden Syriens zahlreiche Menschen getötet worden. Foto: Uncredited/Thiqa News Agency/AP
Bei einem Autobombenanschlag auf Busse mit umgesiedelten Menschen aus zwei belagerten Orten sind im Norden Syriens zahlreiche Menschen getötet worden. Foto: Uncredited/Thiqa News Agency/AP

Bei einem Autobombenanschlag auf Busse mit umgesiedelten Menschen aus zwei belagerten Orten sind im Norden Syriens zahlreiche Menschen getötet worden. Foto: Uncredited/Thiqa News Agency/AP

dpa

Bei einem Autobombenanschlag auf Busse mit umgesiedelten Menschen aus zwei belagerten Orten sind im Norden Syriens zahlreiche Menschen getötet worden. Foto: Uncredited/Thiqa News Agency/AP

Aleppo (dpa) - Über die Hälfte der mehr als 100 Opfer eines verheerenden Bombenanschlags auf Busse im Norden Syriens waren Aktivisten zufolge Kinder.

Die Zahl der Toten sei auf mindestens 126 gestiegen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag. Davon seien 68 Kinder und 13 Frauen gewesen. Es gebe zudem viele Verletzte. Eine Autobombe war am Samstag westlich der Stadt Aleppo explodiert, wo die Busse auf ihre Weiterfahrt warteten.

Zunächst war unklar, wer für das Attentat in dem von Rebellen kontrollierten Ort Al-Raschidin verantwortlich war. Niemand bekannte sich zu der Tat. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana sprach von einem Anschlag von «Terroristen». Oppositionsaktivsten beschuldigten hingegen Regierungsanhänger, hinter der Bombe zu stecken.

Papst Franziskus verurteilte den Angriff in seiner Osterbotschaft. «Die letzte schändliche Attacke auf Flüchtlinge hat zahlreiche Tote und Verletzte gefordert», sagte vor 60 000 Gläubigen auf dem Petersplatz. «Möge [der Herr] vor allem in diesen Tagen die Anstrengungen derjenigen unterstützen, die sich für (...) die Zivilbevölkerung in Syrien einsetzen, die Opfer eines Krieges geworden sind, der nicht aufhört, Horror und Tod zu säen.»

An Bord der Busse waren rund 5000 Menschen, die zuvor im Zuge eines Abkommens aus den von Rebellen belagerten Orten Fua und Kafraja gebracht worden waren. Sie mussten in Al-Raschidin stundenlang warten, weil die Umsetzung des Abkommens stockte.

Die Einigung sieht vor, dass im Gegenzug etwa 2220 Menschen die von Regierungskräften eingeschlossenen Orte Madaja und Sabadani verlassen. Der Iran als Verbündeter der Regierung und Katar als Unterstützer der Rebellen hatten das Abkommen zwischen den Kriegsparteien vermittelt.

Unter den Toten seien 98 Menschen aus Fua und Kafraja, erklärten die Menschenrechtsbeobachter weiter. Die Rettungsorganisation Weißhelme hatte die Zahl der Toten am Samstagabend auf 100 beziffert. Nach der Explosion wurde der Transport der umgesiedelten Syrer fortgesetzt.

Auch das Auswärtige Amt verurteilte das Attentat. Die Nachricht von dem Anschlag sei «tief erschütternd», erklärte ein Sprecher in. «Erneut sind Menschen in Syrien Opfer eines hinterhältigen Attentats geworden. Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen.»

Kritiker verurteilen die Einigung über den Abzug von Tausenden Menschen aus den vier Orten als Zwangsbevölkerungsaustausch. In den vergangenen Monaten waren nach Abkommen zwischen Regierung und Rebellen bereits mehrere von der Regierung belagerte Orte evakuiert worden. Die Opposition wirft den Regierungskräften vor, diese Gebiete durch Aushungern und Bombardierungen zur Aufgabe gezwungen zu haben.

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