Die Generalsekretäre von CDU, CSU und FDP vereinbaren den Schulterschluss.

Berlin. Ein solches Bild hat man in den vergangenen Wochen vergeblich gesucht. Es gibt drei Protagonisten darauf, sie lächeln viel, scherzen und reden sich mit Vornamen an.

"Danke, Hermann”, schmeichelt Christian Lindner. Er habe ja nie gedacht, dass er mal im Konrad-Adenauer-Haus auf einer Pressekonferenz sprechen dürfe. Hermann heißt mit Familiennamen Gröhe und ist Generalsekretär der CDU, Lindner sein Kollege von der FDP. Und als Dritter ist CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt gekommen.

Am Tag der Wahl von Hannelore Kraft zur NRW-Ministerpräsidentin wollen sie in Berlin Einigkeit signalisieren. Das rot-grüne Minderheits-Experiment in Düsseldorf schließt die Reihen bei Schwarz-Gelb, so die Hoffnung. "Wenn es nach uns Dreien geht, wird das ein sehr erholsamer Sommer”, sagt Gröhe.

Was sind da zuletzt nicht für Beschimpfungen gefallen. "Gurkentruppe”, "Wildsau” - so ging es hin und her in Angela Merkels Koalition. Die Gründe dafür sind vielfältig, manche sehen sie in mangelnder Koordination im Kanzleramt. Jetzt wollen die Generalsekretäre sich regelmäßig treffen, damit der Regierungsmotor endlich rund läuft. Alle vier Wochen etwa soll eine solche Dreierrunde stattfinden.

"Faules Ei bleibt faules Ei, auch wenn Kraft draufsteht”, erklärt Dobrindt. Er ist Bayer, bei den CSU-Anhängern mag man eine deftige Sprache goutieren. Die Botschaft lautet: Die SPD-Frau Kraft hat in NRW ihr Wort gebrochen, eine Tolerierung durch die Linken nicht mitzumachen.

Neben Kraft gilt die Attacke Sigmar Gabriel, SPD-Chef im Bund. Er nutze die "Instrumente der Verdrehung und Zuspitzung bis an die Grenze der Manipulation heran”, erklärt Lindner. "Damit vergiftet Gabriel das politische Klima.” Die rot-grüne Verschuldungspolitik werde in NRW zu griechischen Verhältnissen führen, warnen sie. "Wir müssen unsere Alternative deutlich machen.”

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