Es gebe Hinweise, dass eine solche Rakete per Zug zur neuen nordkoreanischen Abschussanlage in Tongchang-ri an der Westküste nahe der Grenze zu China geschafft worden sei, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap am Montag. Der Interkontinental-Flugkörper könnte Alaska erreichen.

wza_1322x467_506188.jpeg
Auf Konfrontationskurs: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il.

Auf Konfrontationskurs: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il.

dpa

Auf Konfrontationskurs: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il.

Seoul. Nach seinem weltweit verurteilten Atomtest setzt Nordkorea seinen Konfrontationskurs fort. Südkoreanischen Berichten zufolge treibt das kommunistische Regime bereits wieder Vorbereitungen für den Start einer Interkontinentalrakete voran. Es handle sich dabei vermutlich um eine veränderte Version einer Taepodong-2-Rakete, die theoretisch auch den US-Bundesstaat Alaska erreichen kann, berichtete die Zeitung "JoongAng Ilbo".

Es gebe Hinweise, dass eine solche Rakete per Zug zur neuen nordkoreanischen Abschussanlage in Tongchang-ri an der Westküste nahe der Grenze zu China geschafft worden sei, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap am Montag. Der Start könne bereits in einer oder zwei Wochen erfolgen.

Zeitungen spekulierten, Nordkorea könnte die Rakete um den 16. Juni testen, wenn ein Treffen zwischen US-Präsident Barack Obama und dem südkoreanischen Präsidenten Lee Myung in Washington geplant ist. Nordkorea habe außerdem vor kurzem weite Bereiche der Gewässer vor der Westküste für Schiffe gesperrt.

US-Verteidigungsminister Robert Gates warnte das Regime in Pjöngjang vor Konsequenzen. Man werde nicht tatenlos zusehen, während Nordkorea sich die Möglichkeit schaffe, "Zerstörungen an jedem Ort in Asien - oder bei uns - anzurichten", sagte Gates. Er bekräftigte zugleich, dass die USA kein atomar aufgerüstetes Nordkorea akzeptiere.

Innerhalb der südkoreanischen Streitkräfte wächst die Befürchtung, dass das Militär des kommunistischen Nachbarlandes versuchen könnte, ein Seegefecht im Gelben Meer anzuzetteln oder eine südkoreanische Insel zu erstürmen. Nordkorea verstärkte zuletzt sowohl Schießübungen als auch Übungen mit schnellen Amphibienbooten entlang der Westküste.

Südkoreas Präsident Lee Myung Bak bat am Montag die Mitglieder des südostasiatischen Staatenverbunds Asean im Atomstreit mit dem Norden um weitere Unterstützung. "Wir werden weiter daran arbeiten, dass Nordkorea die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats beachtet", sagte Lee zum Auftakt eines zweitägigen Gipfeltreffens mit den Staats- und Regierungschefs der zehn Asean-Länder auf der südkoreanischen Insel Cheju.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer