Was passiert, wenn die Griechen nicht allein aus der Krise finden? Sechs Fragen und Antworten zu dem Hilfsplan der Euro-Länder.

Wie wollen die Partner der Eurozone den Griechen aus der Patsche helfen?

Erstmal noch gar nicht. Vorerst bleibt es bei der Ansage, dass Griechenland sich selbst durch Sparsamkeit nach und nach aus der Zwangslage befreien soll, in die es sich durch die Schuldenmacherei manövriert hat. Die Euro-Länder haben aber die Zusicherung konkretisiert, im Notfall entschlossen zu helfen.

Mit welchen Instrumenten?

Entweder mit Krediten, die von den Partnerländern freiwillig zur Verfügung gestellt und über die EU an die Griechen gereicht werden, oder mit Garantien. Wie viel Geld die Euro-Länder im Ernstfall schultern müssten, ist unklar. Das Paket könnte einen Umfang von 25 Milliarden Euro haben. Die Option, Athen an den Märkten mit Kreditbürgschaften zu günstigeren Konditionen zu verhelfen, ist aber vom Tisch. Auch von den sogenannten Eurobonds wollen die finanzstarken Länder nichts wissen - im Verbund stünde ihre Einstufung als erstklassige Schuldner auf dem Spiel.

Muss Athen weiter sehr hohe Zinsen zahlen, wenn es neues Geld leiht?

Das bleibt vor allem eine Frage der Glaubwürdigkeit. Es hängt also davon ab, ob die Märkte der Regierung in Athen abnehmen, dass sie ihre Sanierungspläne gegen den breiten Widerstand der Betroffenen durchziehen kann. Als Signal an die Märkte bedeutet der Halb-Beschluss der Währungsunionisten: Wenn wir wirklich ran müssen, können wir das auch. Das soll beruhigen und das Leihgeld billiger machen. Trotzdem wird die nächste Staatsanleihe der Griechen im April eine neue Zitterpartie.

Ist die Zusage mit dem EU-Verbot, Schuldensünder herauszukaufen, vereinbar?

Düsseldorf. Das ist ein juristischer Ritt auf der Rasierklinge. Die Euro-Finanzminister sind zuversichtlich, dass ihre Juristen im Falle des Falles einen Weg finden, das sogenannte No-Bailout-Problem (etwa: kein Herauskaufen) zu umgehen. Wenn die Hilfe tatsächlich fließt, ist aber mit Klagen zu rechnen.

Senkt die Zusage nicht den Druck, sich selbst helfen zu müssen?

Griechenland leidet unter einer Schuldenlast von 300 Milliarden Euro. Experten gehen davon aus, dass Athen zur Gegenfinanzierung bis Mai mindestens 25 Milliarden Euro benötigt. Das Geld soll über eine neue Staatsanleihe fließen.

Die nun von der Euro-Gruppe getroffene Vereinbarung darf laut Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nicht überbewertet werden. Entscheidungen könnten die Staats- und Regierungschefs frühestens kommende Woche fällen.

Die Regierung in Athen hat ein hartes Sparpaket aufgelegt. Unter anderem werden Steuern erhöht und Renten eingefroren.

Nicht unbedingt. Jede Unterstützung wäre an weitere Brüsseler Auflagen geknüpft, die den Griechen das Sparen zusätzlich sauer machen würden.

Werden nun auch die anderen Problemländer wie Spanien oder Portugal um EU-Beistand bitten?

Auch die Griechen haben das ja bislang nicht getan. Sie hoffen darauf, dass die Aussicht auf Eventualhilfe reicht, um an billigeres Geld zu kommen. Im Prinzip würde der angedachte Stützmechanismus - eine Art Prototyp für den von Finanzminister Wolfgang Schäuble angedachten Europäischen Währungsfonds - natürlich für alle gelten.

 

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