In NRW wird inzwischen auf enge Netzwerke und Vorbeugung gesetzt.

BLUTTAT
Ein ehemaliger Schüler erschoss am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt zwölf Lehrer, zwei Schüler, die Sekretärin, einen Polizisten und sich selbst.

Ein ehemaliger Schüler erschoss am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt zwölf Lehrer, zwei Schüler, die Sekretärin, einen Polizisten und sich selbst.

dpa

Ein ehemaliger Schüler erschoss am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt zwölf Lehrer, zwei Schüler, die Sekretärin, einen Polizisten und sich selbst.

Erfurt/Düsseldorf. Vor zehn Jahren erschoss ein ehemaliger Schüler (19) am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt 16 Menschen und tötete sich selbst – der erste Amoklauf dieser Dimension an einer deutschen Schule.

Noch sechs ehemalige Schüler sind in psychologischer Betreuung

Bei fast jedem zweiten der mehr als 700 Schüler, die die Morde erlebt hatten, wurde eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert. Sechs Zeugen sind noch in Therapie, auch vier, die direkt nach der Tat psychologische Betreuung abgelehnt hatten. Spätfolgen sind laut Psychotherapeutin Alina Wilms häufig.

Konsequenzen aus der Bluttat wurden auf vielen Ebenen gezogen. „Seither sind Ansprechpartner eng vernetzt“, sagt Nina Heil, Sprecherin des NRW-Schulministeriums. An jeder Schule gibt es ein Krisenteam, das einen Ansprechpartner bei der Polizei hat. Jugendhilfe, Ordnungs- und Sicherheitsbehörden sind Teil des Netzwerks.

Notfallordner mit Handlungsanweisungen sind an allen Schulen vorhanden. Zur Vorbeugung wurden Programme etwa zur Streitschlichtung und Gewaltprävention aufgelegt. In jeder Stadt gibt es speziell fortgebildete Schulpsychologen.

Bei der Polizei seien die Handlungsanweisungen umgestellt worden, erklärt Wolfgang Beus, Sprecher des NRW-Innenministeriums. Es werde nicht mehr auf Spezialeinheiten gewartet. „Es geht sofort in die Schule, um den Täter zu finden.“ Jährliche Amok-Lagetrainings sollen Handlungssicherheit vermitteln.

Wie sich Schulen technisch, etwa mit Notfalltüren oder Meldesystemen rüsten, entscheiden sie jeweils selbst. Die Ministerien und die Polizei vermitteln entsprechende Angebote.

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