Die Deutschen werden so geschätzt wie lange nicht. Doch viele US-Bürger sind sicher, dass unser Kanzler Bismarck heißt.

Washington. Die Beziehungskrise war gestern, die alte Liebe ist neu entflammt: Die Amerikaner haben ihre Zuneigung zu "good old Germany" ("gutes altes Deutschland") neu entdeckt.

Deutschland gilt beim großen Bruder auf der anderen Atlantikseite plötzlich als cool, vergessen sind die Verstimmungen aus der Zeit, als der Zwist um den Irak-Krieg zwischen George W. Bush und Gerhard Schröder für Eiszeit zwischen Washington und Berlin sorgte. Das belegt eine Umfrage der deutschen Botschaft in den USA, deren Ergebnisse nun vorgestellt wurden.

Demnach hat fast die Hälfte der Befragten ein gutes oder ausgezeichnetes Bild von Deutschland. In den Monaten nach dem Beginn des Irakkriegs 2003 lag die Zahl nur bei 27 Prozent. Besonders zu schätzen wissen die Amerikaner die Qualität der politischen Beziehungen, die gemeinsamen Werte der beiden Völker sowie den bundesdeutschen Einsatz in Sachen Klimapolitik und erneuerbare Energien. "Ich bin mehr als zufrieden", sagte der deutsche Botschafter in den USA, Klaus Scharioth. Rund 1.000 Amerikaner wurden befragt, 32.000 Euro kostete die Umfrage den deutschen Steuerzahler.

Auf der Liste der wichtigsten Verbündeten der Weltmacht rangiert Deutschland auf Platz 5 - hinter Großbritannien, China, Kanada und Japan.

Mit dem deutschen Einsatz im Kampf gegen den Terror ist der große Bündnispartner allerdings nicht zufrieden. 47 Prozent der Befragten gaben an, das Engagement könnte größer sein. Und die Amerikaner gehen davon aus, dass die Deutschen sie nicht so in ihr Herz geschlossen haben wie umgekehrt.

Das deutsche Bier steht immer noch hoch im Kurs, hier verlangen die Amerikaner nach weiteren Informationen. Die sie auch auf anderen Feldern dringend nötig hätten: Denn ein Gutteil der Befragten gab nach der Frage nach dem aktuellen Kanzler den Namen Otto von Bismarck an.

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