Die Bundesregierung strebt eine außergerichtliche Einigung mit den zivilen Opfern und den Angehörigen an.

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Unmittelbar nach dem Bombenangriff vom 4. September auf zwei Tanklastzüge trauern Angehörige um die Opfer. Nach Erkenntnissen der Nato sind dabei 142 Menschen getötet worden, darunter eine unbekannte Zahl von Zivilisten.

Unmittelbar nach dem Bombenangriff vom 4. September auf zwei Tanklastzüge trauern Angehörige um die Opfer. Nach Erkenntnissen der Nato sind dabei 142 Menschen getötet worden, darunter eine unbekannte Zahl von Zivilisten.

dpa

Unmittelbar nach dem Bombenangriff vom 4. September auf zwei Tanklastzüge trauern Angehörige um die Opfer. Nach Erkenntnissen der Nato sind dabei 142 Menschen getötet worden, darunter eine unbekannte Zahl von Zivilisten.

Berlin. Drei Monate nach dem verheerenden Luftangriff in Afghanistan will die Bundesregierung Angehörige von zivilen Opfern nun möglichst schnell entschädigen. Das machten Regierungssprecher Ulrich Wilhelm und der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Christian Dienst, am Montag deutlich.

Dienst teilte mit, das Verteidigungsministerium habe sich an den deutsch-afghanischen Anwalt der Angehörigen von Opfern, Karim Popal, gewandt. Der aus Bremen stammende Anwalt hat nach eigenen Angaben 78 Vollmachten von Hinterbliebenen des Luftschlags vom 4.  September, bei dem nach Nato-Angaben bis zu 142 Menschen getötet und verletzt worden waren - darunter viele Zivilisten. Ein deutscher Oberst hatte die Bombardierung zweier von Taliban entführter Tanklastwagen im nordafghanischen Kundus angeordnet.

Dienst sagte, es werde geprüft, ob es im Sinne der Angehörigen außergerichtlich eine Lösung geben könne, um einen möglicherweise jahrelangen Rechtsstreit zu vermeiden. "Fakt ist, es wird eine Lösung geben." Auf die Frage, wie man dabei zwischen zivilen Opfern und radikal-islamischen Taliban unterscheiden wolle, sagte Dienst: "Das werden die Verhandlungen mit sich bringen." Die Strategie sei aber nicht, möglichst wenig zivile Opfer herauszuhandeln.

Anwalt Popal bezeichnete die zugesagte Entschädigung als Erfolg. "Unser Ziel ist, dass sie eine langfristige Entschädigung erhalten", sagte er in Bremen. Das könne zum Beispiel ein Fonds sein, der zumindest das Existenzminimum der Verletzten und der Familien der Toten sichere. "Es reicht nicht, denen 1000 oder 2000 Euro in die Hand zu drücken." Die afghanische Regierung zahlte bereits Entschädigungen: je 2000 US-Dollar für Angehörige von Getöteten, 1000 US-Dollar für solche von Verletzten.

Popal reist am Mittwoch nach Afghanistan, um mit seinen Mandanten über die neue Entwicklung zu beraten.

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