Frankreichs Präsident Sarkozy verordnet seinen verwöhnten Ministern eine harte Sparkur.

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Bei dieser Saatsverschuldung brummt dem Oberhaupt der Schädel: Frankreichs Ptäsident Nicolas Sarkozy.

Bei dieser Saatsverschuldung brummt dem Oberhaupt der Schädel: Frankreichs Ptäsident Nicolas Sarkozy.

Reuters

Bei dieser Saatsverschuldung brummt dem Oberhaupt der Schädel: Frankreichs Ptäsident Nicolas Sarkozy.

Paris. Der französische Staatssekretär Christian Blanc gilt als ausgesprochener Zigarren-Liebhaber. Allein schon die elegante Bauchbinde verrät seinen erlesenen Geschmack. Eine kostspielige Leidenschaft, die im vergangenen Jahr mit 12000 Euro zu Buche schlug. Peinlich daran: Blanc bezahlte die Luxus-Stumpen nicht etwa aus eigener Tasche, sondern ließ sie aus der prallgefüllten Schatulle seines Ministeriums finanzieren.

Ausschweifender Lebensstil der Minister erregt den Zorn der Wähler

Verfehlungen dieser Art würden auf der anderen Seite des Rheins mit einem achtkantigen Rausschmiss aus dem hohen Amt geahndet. In Frankreich hingegen begnügte sich der Ministerpräsident mit einem medienwirksamen Rüffel, worauf der Verschwender einen Teil des Geldes zähneknirschend zurückzahlte. Damit war der Fall erledigt.

Doch allmählich dämmert es Staatspräsident Nicolas Sarkozy, dass der mitunter arg ausschweifende Lebensstil seiner Minister, Staatssekretäre und Ministerialdirektoren dem Steuerzahler mächtig auf den Magen schlägt. Um Stimmung für die künftige Sparpolitik zu machen, muss die Regierung jetzt tugendhaft voranschreiten. 10000 Dienstwagen und 7000 Dienstwohnungen sollen bis 2013 gestrichen werden. "La fin des privilèges?" fragt der "Parisien", Frankreichs auflagenstärkste Zeitung.

Der staatliche Wagenpark umfasst 70000 Automobile

Tatsächlich ist Frankreich eine Privilegien-Republik, in der das "Ancien Régime" in Überresten immer noch weiterlebt. So umfasst der staatliche Wagenpark 70000 Automobile, ein Vielfaches mehr als bei den traditionell sparsamen Deutschen.

Wer es in Paris bis an die Spitze des Staates geschafft hat, ist davon überzeugt, dass er besondere Vorrechte verdient hat. Dementsprechend gering ausgeprägt ist das Unrechtsbewusstsein.

Nicolas Sarkozy will auch bei sich selbst den Rotstift walten lassen. Er hat bereits "la garden" gestrichen, die traditionelle Garten-Party anlässlich des Nationalfeiertages am 14. Juli, ebenso die feudale Präsidenten-Jagd. Überzeugend wirken diese Schachzüge dennoch nicht. Seit Nicolas Sarkozy seinen Wahlsieg 2007 im luxuriösen "Fouquet’s" auf den Champs-Elysées feierte, ist er bei vielen Franzosen als verschwenderischer Emporkömmling, als unfeiner "Bling-bling"-Typ verschrieen.

Eines der Hauptziele seiner Einsparungen ist das Reisebudget, nachdem Überseestaatssekretär Alain Joyandet im März trotz vorhandener Linienverbindungen wegen eines 116.000 Euro teuren Fluges im Privatjet in die Schlagzeilen geraten war. In Frankreich selbst müssen die Kabinettsmitglieder nun vorrangig die Bahn nehmen. Übernachtungen in Hotels sollen vermieden werden. Sie sollen fortan in den Präfekturen schlafen und bei Auslandsreisen in Botschaftsgebäuden.

Über Industrieminister Christian Estrosi berichteten Medien neulich, dass er zwei Dienstwohnungen in Paris besitzt und eine seiner studierenden Tochter überlasst. Fadela Amara, die Wohnungsbau-Staatssekretärin, hat einen Bericht bestätigt, wonach einer ihrer sechs Brüder ihre 120-Quadratmeter große Dienstwohnung im schicken 7. Arrondissement bewohnt. Wo er übrigens nicht nur den Blick auf den Eiffelturm genießt, sondern auch die Dienste eines von der Regierung bezahlten Butlers und Kochs in Anspruch nimmt.

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