Für die Bundeswehr hat sich die Sicherheitslage verbessert. Der Einsatz geht über 2014 hinaus.

Afghanistan
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Kabul/Berlin. So unblutig ist der Afghanistan-Einsatz für die Bundeswehr seit dem Beginn vor elf Jahren nicht gewesen: Im abgelaufenen Jahr hat Deutschland am Hindukusch erstmals keinen Toten zu betrauern gehabt.

Der letzte tödliche Sprengstoffanschlag auf die Truppe liegt heute genau 19 Monate zurück, damals wurde ein Soldat getötet. Insgesamt fielen 2011 sieben Deutsche. Im Jahr zuvor starben neun, drei davon am Karfreitag 2010, als die Taliban die Bundeswehr in das bislang schwerste Gefecht ihrer Geschichte verwickelten.

Keine Fahrten mehr mit „offenen Campingwagen durchs Gebirge“

Nun spricht der Kommandeur der Internationalen Schutztruppe Isaf in Nordafghanistan, Bundeswehr-General Erich Pfeffer, von einer „Trendwende“ bei der Sicherheitslage. Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus, sieht einen Grund für die positive Entwicklung in der verbesserten Ausrüstung. Die Soldaten müssten anders als früher nicht mehr „mit offenen Campingwagen durchs Gebirge“ fahren, sondern seien in geschützten Fahrzeugen unterwegs.

Pfeffer führt die verbesserte Sicherheitslage maßgeblich auf die afghanischen Sicherheitskräfte zurück, deren Leistung sich deutlich gesteigert habe und die bei den meisten Operationen im Norden inzwischen federführend seien.

Allerdings zahlen afghanische Armee und Polizei einen hohen Blutzoll: Landesweit wurden 2012 mehr als 1000 Soldaten getötet. Die afghanische Polizei beklagt im Durchschnitt 200 Tote – und zwar pro Monat.

Ende 2014 soll der Isaf-Einsatz enden – es folgt eine weitere Nato-Mission

Der Trend dürfte sich fortsetzen, je mehr Verantwortung die einheimischen Sicherheitskräfte übernehmen.

Bis Ende 2014 soll der Prozess abgeschlossen sein – dann soll der Isaf-Einsatz enden. Nicht enden wird das internationale militärische Engagement: Der Isaf soll eine weitere Nato-Mission nachfolgen. Dass dennoch immer wieder vom Abzug der internationalen Truppen gesprochen wird, ist zumindest missverständlich.

Schwerpunkt der künftigen Mission liegt auf der Ausbildung

Im jüngsten Fortschrittsbericht der Bundesregierung heißt es zwar: „Auch nach 2014 sollen internationale Soldaten in Afghanistan stationiert werden.“ An anderer Stelle ist dann aber doch wieder vom „Abzug der Truppen bis Ende 2014“ die Rede.

Dabei sollen auch deutsche Soldaten ab 2015 noch in Afghanistan sein. Die oftmals kolportierte Zahl von 1000 erscheint dem Wehrbeauftragten des Bundestags, Hellmut Königshaus, „nicht zu groß“. Der Schwerpunkt der Mission liege dann auf der Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte.

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