Viele Kommunen machen am 27. und 28. Dezember Betriebsferien. Krefeld hat es vorgemacht – und viel Geld gespart.

Dunkle Wolken über dem Krefelder Rathaus: Um Kosten zu sparen, müssen die Mitarbeiter nach Weihnachten zwei Tage zu Hause bleiben.  Fotomontage: Bischof/Budinger
Dunkle Wolken über dem Krefelder Rathaus: Um Kosten zu sparen, müssen die Mitarbeiter nach Weihnachten zwei Tage zu Hause bleiben. Fotomontage: Bischof/Budinger

Dunkle Wolken über dem Krefelder Rathaus: Um Kosten zu sparen, müssen die Mitarbeiter nach Weihnachten zwei Tage zu Hause bleiben. Fotomontage: Bischof/Budinger

Bischof, Andreas (abi)

Dunkle Wolken über dem Krefelder Rathaus: Um Kosten zu sparen, müssen die Mitarbeiter nach Weihnachten zwei Tage zu Hause bleiben. Fotomontage: Bischof/Budinger

Krefeld/Köln. Viele Kommunen sind in arger Finanznot. Um Kosten zu sparen, werden die Bediensteten nach Weihnachten sogar zwei Tage in Zwangsurlaub geschickt. Die Stadtverwaltungen von Krefeld und Essen haben es vorgemacht, jetzt zieht nach den positiven Erfahrungen auch die Millionenstadt Köln nach. Und auch im reichen Düsseldorf machen die Ämter am 27. und 28. Dezember dicht. Hier aber nicht um zu sparen, heißt es offiziell, sondern um Überstunden und Urlaub abzubauen.

Bis zu 14 000 der 17 000 Beschäftigten der Kölner Verwaltung bleiben „zwischen den Jahren“ zu Hause. Sie müssen entweder zwei Tage Urlaub nehmen oder bekommen unbezahlt frei. „Die außergewöhnliche Feiertagskonstellation führt in diesem Jahr dazu, dass man mit zwei Urlaubstagen elf Tage frei haben kann“, sagt Gregor Timm, Sprecher der Stadt Köln, zu dem angenehmen Effekt der Lösung.

„Es hat keinen Sinn, dass die Leute in den Ämtern Däumchen drehen.“

Gregor Timm; Sprecher der Stadt Köln

Die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren hätten gezeigt, dass viele Mitarbeiter ohnehin zwischen den Jahren Urlaub nähmen. „Deshalb sind die Dienststellen üblicherweise sehr schwach besetzt“, sagte Timm. Eine sinnvolle Arbeit sei meist nicht möglich, weil wichtige Ansprechpartner fehlten. „Es hat keinen Sinn, dass die Leute in den Ämtern Däumchen drehen.“

Mit den freien Tagen erhofft die Stadt Köln sich Einsparungen in Höhe von bis zu 600 000 Euro. „Unsere Haushaltslage ist ja nicht besonders gut“, so Timm. Köln muss derzeit unter einer Haushaltssperre wirtschaften. „Es entfallen Ausgaben für Bewachungspersonal, Hausmeister, Strom- und Heizkosten“, erklärt Timm. Zudem wird das Personal nicht bezahlt.

In Essen machen sogar Bäder, Theater und Museen dicht

Natürlich machen nicht alle Mitarbeiter frei: Die Feuerwehr und Mitarbeiter beim Jugendamt, im Theater und Museen arbeiten. In Essen geht man da weiter: Wie schon 2010 und 2011 sind auch Museen, Schwimmbäder und Theater geschlossen. „Diese Aktionen zeigen, wie angespannt die Lage in den Kommunen ist“, sagt Agneta Psczolla, Sprecherin des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. „Die Städte brauchen eine solide Finanzierung.“

Die Stadt Krefeld hat im vergangenen Jahr erstmalig Betriebsferien in der Verwaltung verordnet. Durch die viertägigen Betriebsferien vom 27. bis zum 30. Dezember 2011 hat die Stadt nach eigenen Angaben einen Betrag von rund 1,82 Millionen Euro erwirtschaftet – unter anderem durch Einsparungen bei Strom, Wasser und Reinigung. Auch in diesem Jahr soll es weihnachtliche Betriebsferien geben. Es wird aber wieder Notdienste und Bereitschaften geben.

In anderen Städten wie Gelsenkirchen und Krefeld haben sich die erzwungenen Betriebsferien bereits bewährt. In diesem Winter gehören die städtischen Mitarbeiter in Mönchengladbach (Ersparnis: 540 000 Euro), Neuss, Kempen, Tönisvorst, Grefrath, Essen und Dortmund ebenfalls zu den Zwangsurlaubern am 27. und 28. Dezember. Auch in Willich bleibt die Verwaltung an beiden Tagen geschlossen. Wer keinen Urlaub mehr hat, muss Überstunden abbauen – Ersparnis bis zu 50 000 Euro. Kämmerer Willy Kerbusch überlegt, künftig bei allen Brückentagen so zu verfahren.

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