Maskenabstauben
Markus Stegmann staubt die Scheme (Fastnachtsmaske) des Hölzlekönigs ab. Foto: Patrick Seeger

Markus Stegmann staubt die Scheme (Fastnachtsmaske) des Hölzlekönigs ab. Foto: Patrick Seeger

dpa

Markus Stegmann staubt die Scheme (Fastnachtsmaske) des Hölzlekönigs ab. Foto: Patrick Seeger

Villingen-Schwenningen (dpa) - Mit dem traditionellen «Häsabstauben» haben Narren in vielen Orten im Südwesten die schwäbisch-alemannische Fastnacht am Dreikönigstag eingeläutet.

In der Narrenhochburg Villingen-Schwenningen fegten die sogenannten Häsabstauber - meist mit Frack, Zylinder und weißen Handschuhen - in einem symbolischen Akt mit einem Federwedel den Schmutz des Vorjahres von ihrem Kostüm («Häs», «Hemdle» oder «Kleidle») und ihrer Holzmaske («Larve» oder «Scheme»).

Als eine der ersten mussten die Mitglieder der Cannstatter Kübler aus dem Bett: Frühmorgens zur närrischen Zeit um 6.01 Uhr ging das bunte Treiben mit Maskenentstauben und Narrenbaum-Errichten im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt los. Spätestens bei der Narrentaufe waren alle wach, als einige Narren-Anwärter mit einem Schwall Wasser als neue Mitglieder in der Zunft begrüßt wurden.

Eine frostige Begegnung zum Fastnachtsstart gab es ebenfalls in Lauffen ob Rottweil. Unter dem Spruch «Sauber und rein soll die Fastnacht sein» stiegen zehn Mitglieder des Narrenrats in Frack und Zylinder in einen Brunnen. Seit 1976 wird auf diese Weise bei der sogenannten Lofiner Fiaßwäsch die Fastnacht eröffnet - egal bei welcher Witterung. «Der Brunnen hat eine leichte Eisschicht. Die müssen wir diesmal mit einem Pickel freiklopfen», sagte der Zweite Vorsitzender der Lauffener Narrenzunft, Klaus Matt.

Gestärkt von einem Schluck «Zaubertrank» und dem kraftstrotzenden Narrenruf «Zong-raus» startete die Ulmer Narrenzunft in die neue Saison. Laut Mitteilung verkleideten sich Zunftmeister, Vize und Co. als die Comic-Gallier Obelix, Asterix und Miraculix.

In Oberschwaben und der Bodenseeregion stimmten sich die Narren mit dem Ausrufen der Fastnacht oder dem sogenannten Einschnellen, dem Schwingen und Knallen von Peitschen («Karbatschen»), auf die «fünfte Jahreszeit» ein. Andernorts stand das Schmücken von Fastnachtsbrunnen oder das Aufstellen von Narrenbäumen auf dem Programm. Zum Start der «fünften Jahreszeit» schlüpften im Südwesten nach Angaben der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) etwa 100 000 Teilnehmer in bunte Kostüme.

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