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Chinesische Sicherheitsbeamte bereiten sich auf den Abtransport der unter Quarantäne gestellten Mexikaner vor.

Chinesische Sicherheitsbeamte bereiten sich auf den Abtransport der unter Quarantäne gestellten Mexikaner vor.

Selbst an Bord noch mit Atemmaske: Einer der 100 ais China abgeschobenen Mexikaner in Hongkong.

Die Angst vor der Schweinegrippe hat sich über die ganze Erde ausgebreitet.

Viele nehmen die Schutzmaßnahmen gegen die Schweinegrippe mit Humor.

Mit Mundschutz ausgestattete Passanten in Mexiko City.

Ein Flugzeug soll die 70 unter Quarantäne gestellten Mexikaner ausfliegen.

Selbst an Bord noch mit Atemmaske: Einer der 100 ais China abgeschobenen Mexikaner in Hongkong.

Einwohner der kolumbianischen Stadt Zipaquira sitzen vor einer Gruppe von Polizisten, die sich mit Mundschutz gegen den H1N1-Virus schützen wollen.

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Chinesische Sicherheitsbeamte bereiten sich auf den Abtransport der unter Quarantäne gestellten Mexikaner vor.

Washington/Mexiko-Stadt (dpa) - In Mexiko ist die Zahl der Todesfälle durch die Schweinegrippe deutlich gestiegen. Bei insgesamt 42 Gestorbenen sei inzwischen das neue H1N1-Virus nachgewiesen worden, berichtete Gesundheitsminister José Ángel Córdova am Mittwoch.

Bis Dienstag waren in Mexiko 29 Todesfälle gezählt worden. Bei den zusätzlichen Fällen handelt es sich aber nicht um neue Todesfälle, sondern um die Ergebnisse von Laboruntersuchungen, in denen nachgewiesen wurde, dass die Betroffenen mit dem Schweinegrippevirus infiziert waren. Auch die USA hatten einen zweiten Todesfall durch die Schweinegrippe gemeldet.

Es handle sich um eine etwa 30 Jahre alte Frau in Texas, die unter chronischen Gesundheitsproblemen gelitten habe, teilten die Gesundheitsbehörden des US-Bundesstaates am Dienstag (Ortszeit) mit. Sie habe in der Nähe der mexikanischen Grenze gelebt und sei bereits vergangene Woche gestorben. In Texas war auch ein aus Mexiko stammendes Kleinkind dem Virus erlegen. Die Gesamtzahl der Schweinegrippe-Todesfälle liegt damit bei 44. Erstmals meldeten auch die Behörden in Schweden und Guatemala jeweils eine Infektion mit Schweinegrippe.

Ungeachtet der weltweiten Ausbreitung der Krankheit registrierten bislang lediglich Mexiko und die USA Todesfälle. Die US- Gesundheitsbehörde CDC sprach von 403 bestätigten Fällen in 36 Bundesstaaten. Noch am Montag hatte die Behörde lediglich 286 Fälle gemeldet. Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius erwartet einen weiteren Anstieg der Infektionen und rechnet auch mit weiteren Todesfällen: «Die Zahlen werden steigen, und unglücklicherweise wird es auch weitere Tote geben.» Allerdings verlaufe die Krankheit in den allermeisten Fällen weitaus milder als zuvor befürchtet.

Weltweit sind nach Daten des EU-Seuchenkontrollzentrums ECDC inzwischen mehr als 1800 Infektionen mit dem neuartigen H1N1-Virus in 23 Ländern nachgewiesen worden. In Europa wurden mehr als 120 Fälle in 12 Ländern registriert. Mindestens 17 dieser Patienten haben sich im Heimatland angesteckt und waren nicht zuvor in Mexiko, darunter auch 2 deutsche. In Deutschland hat das Robert Koch-Institut (RKI) 9 Schweinegrippefälle gezählt. In Schweden bestätigte sich der Schweinegrippeverdacht bei einem USA-Reisenden, wie das staatliche Epidemie-Institut in Stockholm mitteilte. Bisher hatte es in Nordeuropa lediglich eine Erkrankung in Dänemark gegeben.

Etwa 100 Mexikaner, die in China von den dortigen Behörden wegen der Schweinegrippe vorsorglich isoliert worden waren, sind in ihre Heimat zurückgekehrt. Am Dienstag hatte bereits ein von der Regierung in Peking gesandtes Flugzeug 90 Chinesen aus Mexiko ausgeflogen, um sie nach China zurückzubringen. Mexikos Präsident Felipe Calderón hatte gegen die diskriminierende Behandlungen von Mexikanern in mehreren Ländern der Welt scharf protestiert und sich unter anderem an die Vereinten Nationen gewandt. Die Mexikaner in China waren unter Quarantäne gestellt worden, obwohl keiner von ihnen infiziert war. Unterdessen wurden am Mittwoch in Mexiko landesweit die archäologischen Stätten wieder geöffnet. Zuvor hatte die Regierung mitgeteilt, dass im Zuge der Normalisierung des öffentlichen Lebens schrittweise der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden solle.

Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück erwartet durch die Schweinegrippe keine größeren Schadenbelastungen. «Es ist bisher eine sehr milde Form der Influenza, die uns keine größeren Kopfschmerzen bereitet», sagte der Chefarzt und Leiter des Kompetenzzentrums Biowissenschaften bei der Münchener Rück, Achim Regenauer, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Wir rechnen derzeit mit keiner nennenswerten Schadenbelastung. Im Moment ist unsere Risikomodellierung unverändert.»

Internet: www.ecdc.europa.eu

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