Port-au-Prince. Trotz massiver internationaler Maßnahmen zur Bekämpfung der Cholera steigt die Zahl der Toten und Infizierten in Haiti weiter an. Wie das Gesundheitsministerium des Karibikstaates am Dienstagabend in Port-au-Prince mitteilte, sind inzwischen mindestens 273 Menschen an der Krankheit gestorben.

Die Zahl der Infizierten stieg auf über 3600. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte zuvor erklärt, das Risiko sei hoch, dass die Cholera auf verschiedene Teile Haitis, aber auch auf das Territorium der Dominikanische Republik, dem Nachbarn Haitis auf der Insel Hispaniola, übergreifen könne.

Diese sperrte die Grenzübergänge zu Haiti. Caroline Klein von der Hilfsorganisation humedica sagte am Dienstagabend auf Anfrage: "Die Lage ist nicht unter Kontrolle. Es gibt Berichte, dass sich die Cholera nach Norden ausbreitet." Jeden Tag würden neue Patienten in die Klinik von Drouin gebracht, sagte Klein, die seit dem vergangenen Donnerstag mit zwei Ärzteteams im Krisengebiet im Einsatz ist.

Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz oder das UN- Kinderhilfswerk Unicef kündigten an, ihre Bemühungen zu erhöhen, um die Epidemie zu stoppen. "Viele Kinder werden erst in letzter Minute ins Krankenhaus gebracht, sagte Jean-Claude Mulubama, Leiter der Unicef in Haiti. "Dann ist es oft schon zu spät."

Die Cholera war am Dienstag vergangener Woche in Zentral-Haiti ausgebrochen, zum ersten Mal seit mehr als 100 Jahren auf der östlich von Kuba gelegenen Antilleninsel Hispaniola.

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