Ein ulkiges Gefährt schlich sich 1961 in die Herzen der Deutschen. Jetzt kehrt es als Retro-Caravan zurück.

Düsseldorf. Auf der Internationalen Campingausstellung in Essen erblickte das Schwalbennest 1961 das Licht der Welt. Die Besucher waren zunächst entsetzt: Ein Ei zum Hinterherziehen sei dieses Gefährt, lästerten sie.

Doch kaum war die mobile Einraumwohnung auf dem Markt, erlebte Unternehmer Helmut Knaus sein persönliches Wirtschaftswunder. Die Deutschen entdeckten ihre Liebe zum sogenannten Schwalbennest und kutschierten mit ihm kreuz und quer durchs Land.

Selbst Zwei-Meter-Riesen können ihre Beine ausstrecken

Pünktlich zum zweiten Wirtschaftswunder kehrt die Kult-Behausung nun als Retro-Mobil zurück. Gegenläufig zum Trend der immer größer und luxuriöser werdenden Wohnwagen ist auf der Messe CMT in Stuttgart derzeit das neue Schwalbennest mit seinen alten spartanischen Tugenden zu sehen. Die wiederbelebte Zwei-Personen-Zelle misst 2,56 Meter in der Länge und 1,96 Meter in der Breite. Groß genug für zwei Sitzbänkchen, einen Tisch, ein Kleiderschränkchen und eine Küchenzeile aus Kühlschrank, Gaskocher und Spüle. Aus dem Mobilar lässt sich in wenigen Handgriffen ein Doppelbett zaubern, in dem nach Einschätzung von Branchenkennern auch Zwei-Meter-Riesen ohne Bandscheibenvorfall nächtigen können. Angesichts der Enge im Bett sollten sich die Reisenden aber schon gut verstehen, heißt es.

Nur 150 Exemplare kommen auf den Markt

2 750 Mark kostete das Wohnmobil vor 50 Jahren, die Retro-Version ist nun für knapp 6 000 Euro zu haben.

Allerdings dürfte die Wiederkehr der Reisekugel kein Massenphänomen werden. Nur 150 Exemplare bringt Knaus auf den Markt – zunächst jedenfalls. lum

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