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Steigt die Temperatur im Rhein, geht es den Fischen und anderen Lebewesen im Fluss schlecht. Foto: Thomas Frey/Archiv

Steigt die Temperatur im Rhein, geht es den Fischen und anderen Lebewesen im Fluss schlecht. Foto: Thomas Frey/Archiv

dpa

Steigt die Temperatur im Rhein, geht es den Fischen und anderen Lebewesen im Fluss schlecht. Foto: Thomas Frey/Archiv

Karlsruhe (dpa) - Steigt die Temperatur im Rhein, geht es den Fischen und anderen Lebewesen im Fluss schlecht. Damit das Ökosystem geschützt werden kann, haben drei Länder jetzt ein Wärmemodell in Betrieb genommen. Bei kritischen Werte kann so rechtzeitig gehandelt werden.

Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) stellte in Karlsruhe ein entsprechendes Gemeinschaftsprojekt mit Hessen und Rheinland-Pfalz vor. Bei der Karlsruher Behörde laufen alle Daten zur Berechnung der Temperaturen für den Rheinabschnitt von Basel bis Köln zusammen. LUBW-Präsidentin Margareta Barth äußerte sich besorgt über die Auswirkungen steigender Temperaturen auf das Ökosystem des Rheins.

Für die Einrichtung des Computer-Modells zahlen Hessen und Rheinland-Pfalz jeweils 8000 Euro. Die Betriebskosten von jährlich rund 30 000 Euro teilen sich die zwei Länder. Baden-Württemberg wird mit zur Kasse gebeten, wenn es darum geht, das System auf den neuesten Stand zu bringen. Dafür verantwortet die LUBW die technische Betreuung, Wartung und Weiterentwicklung des Modells und übernimmt die täglichen Berechnungen der Vorhersagen.

Dazu benötigt die LUBW tagesaktuelle Daten, die die beteiligten Länder liefern - etwa Wetter- und Abflussvorhersagen, aber auch Wärmeeinleitungen durch Kühlanlagen von Kraftwerken und der Industrie.

Zeigt die Prognose, dass bald kritische Temperaturen erreicht werden, nimmt die LUBW Kontakt mit Kraftwerksbetreibern auf, damit diese ihren Betrieb drosseln und die Wassertemperatur nicht zusätzlich erhöhen. Welchen Spielraum das ermöglicht, zeigte sich 2005: Als das Kernkraftwerk Obrigheim abgeschaltet wurde, sank die Temperatur des Neckars dort um 1,4 Grad Celsius.

Dass ein solches Vorhersagemodell sinnvoll ist, hat sich im «Jahrhundert-Sommer» 2003 gezeigt: Bei Lufttemperaturen bis 40 Grad Celsius erreichte das niedrige Rheinwasser stellenweise 29 Grad. Weil das Wasser zu wenig Sauerstoff enthielt, verendeten viele Fische. Die Rahmenrichtlinien der EU sehen ab einer Wassertemperatur von 25 Grad Regulierungsmaßnahmen vor - in der unmittelbaren Umgebung bestimmter Kraftwerke sind allerdings bis zu 28 Grad zulässig.

Das Wärmemodell wird künftig noch wichtiger, ist sich LUBW-Präsidentin Margareta Barth sicher: Nach einer Prognose der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins wird die Durchschnittstemperatur des Flusses bis 2050 deutlich steigen. «Gerade im Oberrheingraben wird ein «Hotspot» liegen mit größerer Lufttemperaturerhöhung als im restlichen Baden-Württemberg.»

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