Doppelsonne
Die beiden Neuentdeckungen mit den Katalognummern Kepler-34b und Kepler-35b kreisen um jeweils zwei Sterne, sind aber für Leben ungeeignet. Illustration: Lynette Cook

Die beiden Neuentdeckungen mit den Katalognummern Kepler-34b und Kepler-35b kreisen um jeweils zwei Sterne, sind aber für Leben ungeeignet. Illustration: Lynette Cook

dpa

Die beiden Neuentdeckungen mit den Katalognummern Kepler-34b und Kepler-35b kreisen um jeweils zwei Sterne, sind aber für Leben ungeeignet. Illustration: Lynette Cook

Austin/London (dpa) - Das Weltraumteleskop «Kepler» hat zwei ferne Planeten aufgespürt, an deren Himmel jeweils eine Doppelsonne strahlt. Die beiden sogenannten Exoplaneten umkreisen jeweils ein System aus zwei Sternen.

Dies berichten Astronomen um William Welsh von der San Diego State University im britischen Fachblatt «Nature». Die Konstellation erinnere an den fiktiven Planeten Tatooine aus der Kinosaga «Star Wars», erläuterte Co-Autor Josh Carter vom Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik in einer Mitteilung. «Wieder einmal holt die Wissenschaft die Science Fiction ein.»

Unter der Doppelsonne von Tatooine liegt im Leinwandmärchen die Heimat der Hauptfiguren Anakin und Luke Skywalker. Die beiden realen Neuentdeckungen mit den Katalognummern Kepler-34b und Kepler-35b sind für Leben allerdings ungeeignet - sie sind gasförmig und groß wie der Saturn. Kepler-34b umrundet seine beiden Sonnen alle 289 Tage, die sich wiederum gegenseitig alle 28 Tage umkreisen. Kepler-35b kreist einmal in 131 Tagen um seine Heimatsterne, die sich alle 21 Tage umeinander drehen.

In beiden Doppelsternpaaren ähneln die einzelnen Sterne unserer Sonne. Da sich die Doppelsterne jedoch vorübergehend gegenseitig bedecken, schwankt auch die Strahlung stark, die ihre Planeten erreicht. Die beiden Exoplaneten dürften daher chaotische Wetterkapriolen durchmachen, meint Welsh. «Es wäre wohl, wie alle vier Jahreszeiten viele Male pro Jahr zu erleben, mit enormen Temperaturschwankungen.»

«Kepler»-Forscher hatten bereits im September 2011 die Entdeckung eines Planeten mit zwei Sonnen gemeldet. Damals war noch nicht klar, ob es sich um einen bizarren Einzelfall handelt. «Die Umgebung eines Sternenpaars galt früher als zu chaotisch für die Entstehung von Planeten», betonte Welsh, der den Fund auf der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomengesellschaft AAS in Austin (Texas) vorstellte. Vermutlich gebe es aber doch Millionen Planeten mit Doppelsonnen in unserer Milchstraße. Mit nun insgesamt drei derartigen Funden sehen die Astronomen eine neue Klasse von Planetensystemen als etabliert an.

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