Museumsmitarbeiterin mit dem Lebendmodell eines Fischsauriers. Foto: Peter Steffen
Museumsmitarbeiterin mit dem Lebendmodell eines Fischsauriers. Foto: Peter Steffen

Museumsmitarbeiterin mit dem Lebendmodell eines Fischsauriers. Foto: Peter Steffen

dpa

Museumsmitarbeiterin mit dem Lebendmodell eines Fischsauriers. Foto: Peter Steffen

Braunschweig (dpa) - Er war drei Meter lang, hatte viele spitze Zähne und sah ein bisschen aus wie ein Delfin: Auf einer Autobahnbaustelle bei Cremlingen ist das 130 Millionen Jahre alte Skelett einer bis dahin unbekannten Fischsaurier-Art entdeckt worden.

«Es ist ein spektakulärer Fund. Damit wird eine ganze Aussterbetheorie infrage gestellt», sagte Ulrich Joger, Direktor des Naturhistorischen Museums in Braunschweig, am Mittwoch. Dort war das Skelett untersucht worden. Entdeckt hatte die Knochen ein Privatsammler.

Lange sei die Wissenschaft davon ausgegangen, dass die Ichthyosaurier - die Fischsaurier - am Ende der Jurazeit ausstarben, erläuterte Joger. Jüngste Entdeckungen zeigten aber, dass die Fischsaurier noch in der Unterkreide-Zeit in den Meeren lebten. «Eine Katastrophe, die bisher angenommen wurde, kann so nicht stattgefunden haben.»

Seit dem Fund im Mai 2005 hatten Paläontologen des Museums die Knochen gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Belgien und Großbritannien analysiert. Die Ergebnisse wurden nun im Fachjournal «PLoS ONE» veröffentlicht. Die Art erhielt den wissenschaftlichen Namen Acamptonectes densus, zu deutsch: starrer Schwimmer. Bisher wurden außer bei Braunschweig nur noch im englischen Speeton Knochen dieser Spezies gefunden. Die Tiere stammen von an Land lebenden Vorfahren ab, ihre Gliedmaßen sind zu Paddeln umgeformt.

Der Fischsaurier verdankt seinen Namen dicht ineinander liegenden Wirbeln. «Er konnte den Hals nicht bewegen, muss aber wie ein Pfeil durchs Wasser geschossen sein», sagte Joger. Die Forscher gruben das Skelett zu 90 Prozent aus, nur Flossenteile fehlen. Im Bereich des Nackens fanden sie einen Haizahn. Möglicherweise tötete der Raubfisch den Saurier.

Bei dem Fund handelt es sich um die dritte von den Braunschweiger Forschern identifizierte Saurierart. Ein Team des Museums war zuvor im afrikanischen Niger auf zwei Dinosaurier-Arten gestoßen. Joger hofft auf weiter spektakuläre Funde. «Da spielt der Zufall eine große Rolle. Wir haben erst vor ein paar Wochen wieder einen Fischsaurier ausgegraben. Ob er zu einer neuen Art gehört, wird die Forschung zeigen.»

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