Gletscherleiche «Ötzi» im Archäologischen Museum in Bozen. Foto: Südtiroler Museum/Archiv
Gletscherleiche «Ötzi» im Archäologischen Museum in Bozen. Foto: Südtiroler Museum/Archiv

Gletscherleiche «Ötzi» im Archäologischen Museum in Bozen. Foto: Südtiroler Museum/Archiv

dpa

Gletscherleiche «Ötzi» im Archäologischen Museum in Bozen. Foto: Südtiroler Museum/Archiv

Bozen (dpa) - Forscher haben neue Hinweise auf Blutergüsse im Hirn des Gletschermanns Ötzi präsentiert. In winzigen Gehirnproben der 5000 Jahre alten Mumie fanden sie Eiweiße von Blutkörperchen und Hirnzellen sowie Nervenstrukturen - die auch die Annahme untermauern, Ötzi habe sich die Blutergüsse erst unmittelbar vor seinem Tod zugezogen.

Von dem «Meilenstein» der Ötzi-Forschung berichtete am Montag ein Team um Frank Maixner von der Europäischen Akademie in Bozen (Eurac) und Andreas Keller von der Universität des Saarlandes. Ob die vermuteten Blutergüsse von einem Schlag auf die Stirn stammen oder von einem Sturz nach seiner Pfeilverletzung, bleibt noch ungelöst.

«Die in der Probe gefundenen Blutklumpen lieferten weitere Hinweise dafür, dass es sich im ansonsten nahezu blutleeren Leichnam bei den dunklen Stellen um Blutergüsse handeln könnte», berichten die Forscher in einer Mitteilung. Diese müsse sich der «Mann aus dem Eis» unmittelbar vor seinem Tod geholt haben. Ötzi habe ein «außerordentlich gut erhaltenes Gehirn», halten die Experten jedenfalls fest. Bereits nach der Analyse einer Computertomographie vor mehreren Jahren vermuteten Wissenschaftler, zwei dunkel verfärbte Stellen in Ötzi-Großhirn seien wohl durch den Schlag eines Angreifers entstanden.

Nicht nur weil viele DNA-Proben von Mumien wegen des Abbauprozesses nichts mehr ergeben, ist das Team ganz angetan von seiner Protein-Analyse: «Im Unterschied zur DNA, die in allen Zellen des Körpers gleich ist, zeigen uns Proteine, was genau an ganz spezifischen Orten im Körper wirklich abläuft», so Maixner. Die Gruppe habe Prozesse im Gewebe eines Menschen nachgewiesen, der vor mehr als 5000 Jahren gelebt habe. Jetzt sollen mehr als ein Dutzend Protein-Proben von weniger gut erhaltenen Mumien mit dieser Methode untersucht werden. Die Studie ist im Journal «Cellular and Molecular Life Sciences» (Juni) erschienen.

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