Der Eisberg ist in etwa so groß wie Bremen und treibt in südliche Gewässer. Er enthält genug Süßwasser um den Bedarf der Vereinigten Staaten für vier Monate zu decken. Forscher sehen das große Gletscherkalben als Zeichen für den Klimawandel.

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Der Petermann-Gletscher vor Grönland hat "gekalbt". Ein riesiger Eisberg treibt nun von Grönland fort.

Der Petermann-Gletscher vor Grönland hat "gekalbt". Ein riesiger Eisberg treibt nun von Grönland fort.

reuters

Der Petermann-Gletscher vor Grönland hat "gekalbt". Ein riesiger Eisberg treibt nun von Grönland fort.

Washington. Ein gewaltiger Eisbrocken ist vor Grönland von einem Gletscher abgebrochen und treibt nun auf dem Meer. Das Bruchstück sei 260 Quadratkilometer groß, teilte die Universität des US-Bundesstaates Delaware mit. Das ist etwa zweieinhalb mal die Fläche der Nordseeinsel Sylt.

Der 200 Meter dicke Koloss löste sich den Forschern zufolge vom Petermann-Gletscher im Norden Grönlands. Er binde so viel Wasser, dass man den gesamten Verbrauch der USA für vier Monate stillen könne. Zuletzt sei 1962 so ein großer Brocken in der Arktis abgebrochen.

Der Eisgigant mit der Höhe eines 50-stöckigen Hauses war zuerst von einer kanadischen Eisforscherin auf einer Satellitenaufnahme der US-Raumfahrtbehörde NASA von entdeckt worden, die Anfang August gemacht wurde. Auf dem Bild ist ein deutlicher Riss zu sehen.

Das abgebrochene Eis werde in die Nares-Straße zwischen Grönland und Kanada treiben. Dort werde der Berg auf kleinere Inseln treffen und vermutlich in kleinere Stücke zerbrechen, sagte Andreas Muenchow von der Universität Delaware.  

Gletscherabbrüche in der Arktis sind an sich nicht ungewöhnlich. Im Jahr 2008 brach bereits ein rund 29 Quadratkilometer großes Stück vom Petermann-Gletscher ab.

Die Folgen des Gletscherkalbens sind derzeit noch nicht absehbar. Wie die Berliner Tageszeitung "taz" schreibt, wird rund 1000 Kilometer südlich des Gletschers, inmitten der so genannten "Eisbergautobahn", im Eismeer nach Öl gebohrt. Auch weiter südlich gelegene Schifffahrtswege könnten durch den Eisberg bedroht werden.

Für die Umweltschutzorganisation Greenpeace ist das Abbrechen dies Riesen-Eisbergs  zwar keine unmittelbare Folge des Klimawandels, jedoch gebe es Anhaltspunkte für einen Zusammenhang. Nach Angaben von Greenpeace schmelzen die arktischen Gletscher mit immer höherer Geschwindigkeit.

Wenn von einem Gletscher ein vorgelagertes Stück abbricht, so spricht man vom "Gletscherkalben". Dies ist ein normaler Vorgang. Zuletzt kam es besonders in der Antarktis zu massiven Eisabbrüchen. Einer der größten bislang bekannten Abbrüche fand 1961/62 vor Grönland statt. Damals löste sich vom Ward-Hunt-Eisschelf ein 600 Quadratkilometer großes Stück.

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