«Planck»
Der europäische Satellit «Planck» wird in einem riesigen Simulator getestet (Archivfoto vom 13.05.2009).

Der europäische Satellit «Planck» wird in einem riesigen Simulator getestet (Archivfoto vom 13.05.2009).

dpa

Der europäische Satellit «Planck» wird in einem riesigen Simulator getestet (Archivfoto vom 13.05.2009).

Paris (dpa) - Die europäische Raumsonde «Planck» hat bei der Vermessung des Himmels neue Bestandteile des Universums entdeckt. In unserer Milchstraße stießen Wissenschaftler auf neue Gas- und Staubwolken, die von früheren Geräten nicht erkannt werden konnten.

Ihre Bedeutung müsse erst noch erforscht werden, sagte der Astrophysiker Clive Dickinson bei einer Konferenz der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) am Dienstag in Paris.

Mithilfe der 2009 gestarteten Satellitenmission «Planck» konnte in den vergangenen Monaten ein Katalog von 15 000 Himmelsobjekten wie Galaxienhaufen und galaktischen Staubwolken erarbeitet werden. «Darunter sind spektakuläre Daten über Galaxiegruppierungen», sagte ESA-Forschungschef Mark McCaughrean. Nach Einschätzung von Wissenschaftlern wird der Satellit neue Erkenntnisse über die Entstehung des Weltalls vor rund 14 Milliarden Jahren bringen. Mindestens bis Ende 2011 sollen die Messungen fortgesetzt werden. Im Frühjahr 2013 will die ESA weitere Ergebnisse bekanntgeben.

Galaxie-Cluster gehören zu den wichtigsten Entdeckungen, die «Planck» in nie zuvor dagewesener Weise sichtbar machen kann. «Sie sind die besten Zeugen dafür, wie sich das Universum entwickelt hat», erklärte Nabila Aghanim von der Universität Paris. 189 solcher Gruppierungen von Galaxien hat die ESA nun katalogisiert, darunter 20 bisher unbekannte und sogenannte besonders große Super-Cluster.

Langfristig soll der 2009 gestartete Satellit das «Urknall-Echo» vermessen. So bezeichnen Weltraumforscher die sogenannte kosmische Hintergrundstrahlung, sozusagen das Nachglimmen des Urknalls bis heute in Form von Licht. «Die Messungen von "Planck" geben Aufschluss über die Struktur des Universums von seinen ersten Tagen bis heute», sagte der deutsche Forscher Jan Tauber. «Der Satellit wurde entwickelt, um die Hintergrundstrahlung zu erfassen, aber dabei entdeckt er andere Dinge, die uns etwas über die Entstehung des Weltalls sagen.»

Die Weltraumsonde «Planck» gilt als eine der anspruchsvollsten, die je gebaut wurden. Sie kann in einem besonders niedrigen Frequenzbereich Messungen vornehmen und arbeitet seit ihrem Start in etwa 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde.

Der Satellit soll insgesamt rund 500 Milliarden Messungen vornehmen und Daten innerhalb und außerhalb unserer Galaxie sammeln. Aus diesen Rohdaten wird an einer Himmelskarte mit einer Auflösung von mehreren Millionen Pixeln gearbeitet. Gesteuert wird die Mission vom Europäischen Satellitenkontrollzentrum der ESA, dem ESOC in Darmstadt.

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