Kollision
Die Momentaufnahme einer Simulation zeigt eine Kollision des Mondes mit einem zweiten, kleineren Mond rund 100 Millionen Jahre nach Entstehung des Erde-Mond-Systems (Foto: Martin Jutzi und Erik Asphaug)

Die Momentaufnahme einer Simulation zeigt eine Kollision des Mondes mit einem zweiten, kleineren Mond rund 100 Millionen Jahre nach Entstehung des Erde-Mond-Systems (Foto: Martin Jutzi und Erik Asphaug)

dpa

Die Momentaufnahme einer Simulation zeigt eine Kollision des Mondes mit einem zweiten, kleineren Mond rund 100 Millionen Jahre nach Entstehung des Erde-Mond-Systems (Foto: Martin Jutzi und Erik Asphaug)

London (dpa) - Die Gestalt des Mondes erklärt sich möglicherweise durch die Kollision mit einem zweiten Erdtrabanten. Der Aufprall eines solchen Himmelskörpers könnte die bislang ungelöste Frage beantworten, warum sich die erdnahe Seite des Mondes so stark von der Rückseite unterscheidet.

Das berichten amerikanische Wissenschaftler um Martin Jutzi von der University of California in Santa Cruz im Journal «Nature». Demnach wäre die Erde über Jahrmillionen von zwei Monden umkreist worden.

Seit langer Zeit rätseln Forscher über die auffällige Diskrepanz zwischen den beiden Hemisphären des Erdbegleiters: Die Vorderseite des Mondes besteht zu großen Teilen aus flachen Tiefebenen. Die Rückseite dagegen ist ein bergiges und stark zerklüftetes Hochland.

Viele Wissenschaftler glauben, dass der Mond vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstand, als ein Himmelskörper von der Größe des Mars die Erde traf. Das bei diesem Einschlag herausgeschleuderte Material verschmolz dann zu dem Erdbegleiter. Die Forscher um Jutzi entwerfen nun anhand komplexer Computersimulationen ein weiteres Szenario: Möglicherweise entstand bei jener gewaltigen Kollision noch ein zweiter, kleinerer Erdtrabant mit einem Durchmesser von etwa 1200 Kilometern. Das entspricht etwa einem Drittel des Mondes.

Nach seiner Entstehung blieb dieser kleinere Himmelskörper demnach Dutzende Jahrmillionen in einer relativ stabilen Umlaufbahn, bevor er schließlich mit dem Mond kollidierte. In der Simulation ließen die Forscher den kleinen Mond mit einer Geschwindigkeit von 2,4 Kilometern in der Sekunde aufschlagen. Das Gestein lagerte sich bei diesem Einschlag an der getroffenen Seite des größeren Mondes an. Dies würde den Forschern zufolge sowohl die Berglandschaft auf der Rückseite des Erdbegleiters erklären als auch den Umstand, dass die Mondkruste dort wesentlich dicker ist als auf der erdnahen Hemisphäre - das Material des ehemaligen kleinen Begleiters hängt daran.

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