Ölpest im Golf von Mexiko
Ölverpestete Küste am Golf von Mexiko (Archivbild).

Ölverpestete Küste am Golf von Mexiko (Archivbild).

dpa

Ölverpestete Küste am Golf von Mexiko (Archivbild).

Washington (dpa) - Bakterien haben den Großteil des Methangases geschluckt, das bei der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko aus dem Meeresboden geströmt ist. Das schließen US-Forscher zumindest aus der Messung von Methan- und Sauerstoffkonzentrationen im Unglücksgebiet.

Genanalysen aus den Wasserproben zeigten eine lebhafte Blüte vom methanfressenden Bakterien an, berichtet das Team um John Kessler von der Texas A&M University. Die Wissenschaftler hatten an über 200 Messstationen rund um den Unglücksort der explodierten Bohrinsel «Deepwater Horizon» den Sauerstoff- und den Methangehalt im Wasser untersucht, wie sie im US- Fachjournal «Science» berichten. Außerdem analysierten sie an sieben Orten die Zusammensetzung der Bakterienkolonien auf dem Meeresgrund. Sie schätzen, dass die Tiefsee-Bakterien, sogenannte Methanotrophe, das Methan innerhalb von vier Monaten nach der Katastrophe abgebaut haben.

Die Analysen zeigten, dass die Zahl der Methan abbauenden Bakterien an den sieben Teststellen im Laufe der Ölkatastrophe zugenommen hat. Die Konzentration von Methan und vom gelösten Sauerstoff haben der Studie zufolge hingegen abgenommen. Methanotrophe nutzen Methan als Quelle für Kohlenstoff und Energie. Bei der «Veratmung» des Gases verbrauchen sie auch Sauerstoff.

Eine Explosion auf der Bohrinsel «Deepwater Horizon» hatte im April 2010 Jahres die schwerste Ölkatastrophe in der US-Geschichte ausgelöst. Nach dem Unglück waren nicht nur Millionen Liter Öl ins Meer geströmt, sondern auch große Mengen des Treibhausgases Methan.

Die Forscher gehen davon aus, dass während der Katastrophe zwischen 146 606 und 200 500 Tonnen des Gases entwichen sind - diese Menge sei vergleichbar mit dem natürlichen Methanausstoß im gesamten Schwarzen Meer. In der Natur entweichen solch große Mengen Methan nur extrem selten auf einmal vom Meeresgrund.

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