Berlin (dpa) - Auch Urzeit-Tiere hatten offenbar Rückenschmerzen. Das haben Wissenschaftler des Berliner Museums für Naturkunde mit Fossilien eines 220 Millionen Jahre alten Krokodilsauriers (Angistorhinopsis ruetimeyeri) gezeigt.

Die Knochen aus Museumsbeständen stammen ursprünglich aus Halberstadt (Sachsen-Anhalt) und zeigen deutliche Spuren einer entzündlichen Wirbelsäulenerkrankung, teilte das Museum mit. Sie dürfte dem Tier, das sowohl mit Sauriern als auch mit Krokodilen verwandt ist, von jungen Jahren an große Pein bereitet haben.

Die Forscher hatten die Knochen im Computertomographen durchleuchtet. Gleich an drei Stellen der Wirbelsäule fanden sie Verwachsungen, die auf eine schmerzhafte Entzündung (Spondylarthropathie) hindeuten. Dabei bildet sich unerwünschte Knochenmasse in Gelenkzwischenräumen und verdrängt den weichen, schützenden Knorpel. Beim Menschen ist Morbus Bechterew eine Variante dieses Leidens. Dabei kann die Wirbelsäule so versteifen, dass eine nach vorne gebückte Haltung entsteht.

Krokodilsaurier, auch Phytosaurier genannt, lebten nach Angaben des Museums vor rund 230 bis 200 Millionen Jahren. Die drei bis sechs Meter langen Tiere schwammen überwiegend im Wasser, konnten aber auch an Land gehen. Wie alt sie wurden, ist unklar. Geschätzt werden - wie bei Krokodilen - mehrere Jahrzehnte. Der neue Beleg ist für Wissenschaftler spannend, da Rückenleiden bei fossilen Reptilien bisher noch kaum dokumentiert sind. Die Forschungsergebnisse haben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift «PLOS One» veröffentlicht.

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