Regionale Produkte sind gerade sehr angesagt – und schlagen sogar Bio. Finden die Mitglieder des Vereins „Slow Food“.

Kürbis, Altbierkäse, Salat, Wirsing, Mettwurst, Boskop-Äpfel, Blumenkohl, Schinken, Joghurt und Rapsöl – alles aus regionalem Anbau.
Kürbis, Altbierkäse, Salat, Wirsing, Mettwurst, Boskop-Äpfel, Blumenkohl, Schinken, Joghurt und Rapsöl – alles aus regionalem Anbau.

Kürbis, Altbierkäse, Salat, Wirsing, Mettwurst, Boskop-Äpfel, Blumenkohl, Schinken, Joghurt und Rapsöl – alles aus regionalem Anbau.

Der Slow Food Genussführer Deutschland 2014

dpa, Bild 1 von 2

Kürbis, Altbierkäse, Salat, Wirsing, Mettwurst, Boskop-Äpfel, Blumenkohl, Schinken, Joghurt und Rapsöl – alles aus regionalem Anbau.

München. Strammer Max, Jägerschnitzel, und Rumpsteak: Jahrzehnte sah so das Standardangebot vieler Wirtshäuser aus, mit Champignons aus der Dose und Paprika aus dem Glas. Doch es tut sich was. Viele Wirte besinnen sich auf regionale Esstraditionen, kochen mit frischen Produkten aus ihrer Region und lassen die Finger von allem Vorgefertigten. „Das ist kein Buschfeuer, sondern ein großer Trend“, sagt Benedikt Wolbeck vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Ab Ende September weist ein neuer „Genussführer Deutschland“ den Weg zu mehr als 300 bodenständigen Gasthäusern mit gehobener Regionalküche.

Slow-Food-Aktivist Schürch glaubt fest an regionale Lebensmittel

Initiator ist der Münchner Rechtsanwalt und Slow-Food-Aktivist Wieland Schürch. „Viele Köche können leider nur noch eines: Packerl aufreißen“, sagt er. „Dabei geht doch nichts über ein frisch gekochtes Essen mit sauberen, regionalen Produkten zu einem erschwinglichen Preis.“ Regionale Spezialitäten kämen nicht nur bei Touristen gut an, sondern auch bei Einheimischen. Immer mehr Gastwirte schüfen sich zudem ein eigenes Netzwerk regionaler Zulieferer und wiesen diese auch in der Speisekarte aus. „Regionalität schlägt sogar Bio“, sagt Wolbeck.

400 Tester haben sich für das Buch durchs ganze Land gefuttert

Mehr als 400 ehrenamtliche Slow-Food-Tester haben für den Genussführer das Land durchkämmt und sind fündig geworden. Zu den in lockeren Beiträgen gepriesenen Speisen gehört etwa ein bayerischer Schweinsbraten mit schöner, röscher Kruste, Natursoße und frisch gedrehten Kartoffelknödeln. Verrisse wie im Gault Millau gibt es in dem Buch nicht. „Wir wollen die Wirte nicht niedermachen sondern überzeugen, dass es eine andere Art zu kochen gibt, als nur Tüten aufzureißen“, betont Schnürch. Noch ein Unterschied zu Michelin & Co.: Die Mehrzahl der Gerichte soll weniger als 20 Euro kosten.

Slow Food ist eine weltweite Vereinigung von Genießern, die die Kultur des Essens und Trinkens pflegen und sich als Gegenentwurf zu Fast Food versthen. Das Motto lautet: „Gut, sauber, fair“. Es verbietet die Verwendung von künstlichen Aromen und anderen chemischen „Helferlein“. slowfood.de

Slow Food Deutschland e.V. (Hrsg.): Slow Food Genussführer Deutschland 2014, 344 Seiten, Preis: 19.95 EUR, ab 30. September.
 

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